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Senioren

Neues Zuhause im Seniorenheim

„So hatte ich mir das nicht vorgestellt!“ – Für viele ist es im Alter schmerzhaft, zu realisieren, dass sie nicht mehr allein in ihrem Zuhause leben können. Aber vielleicht birgt der Umzug in eine Senioreneinrichtung doch die eine oder andere freudige Überraschung. So hatte man sich das Leben hier wirklich nicht vorgestellt. Ein Besuch in Grünsfeld.

 
 

Was für eine Reiseroute! Vom Wittigbach über den Grünbach bis nach Hawaii. Und das alles mit einem kleinen Schlauchboot! Ob das wohl gut geht? Die Bewohner des Seniorenzentrums St. Barbara in Grünsfeld haben da ihre Zweifel. Aber die drei Mitarbeiterinnen sind wild entschlossen. „Klar schaffen wir das!“, sagen sie und besteigen mit Gepäck, Kamera und Tauchausrüstung gut gelaunt das Boot. Doch die Skeptiker behalten recht. Weil der Grünbach plötzlich zu wenig Wasser führt, muss das Bötchen schon bald umdrehen. Statt exotischer Landschaften bestaunen die Damen nun die Schönheiten Tauberfrankens. Aber ist es letztlich nicht zu Hause doch am schönsten?

„So intensiv erleben Sie das in anderen Heimen nicht.“

Was als Sketch beim Sommerfest des Seniorenzentrums für allgemeine Erheiterung sorgt, hat durchaus einen ernsten Hintergrund. „Bei uns zu Hause“ lautet das Motto der Einrichtung, die im Herbst 2016 eröffnet wurde. Dass dies im kleinen Grünsfeld geschehen ist, ist Teil des Konzepts.„Wir möchten, dass die Menschen ihren Lebensabend in ihrer vertrauten Umgebung verbringen können“, erklärt Dr. Antonia Büchner, Kaufmännische Leiterin der Seniorenzentren in der Gesundheitsholding Tauberfranken. Neben Investitionen in die zentrale Einrichtung Haus Heimberg in der Kreisstadt setzt die Gesundheitsholding deshalb zusätzlich auf Kleinheime vor Ort. Auch im nahen Distelhausen entsteht derzeit ein solches Haus. Im Frühjahr 2018 soll es eröffnet werden.

Gute Gemeinschaft

30 Pflegeplätze stehen in Grünsfeld zur Verfügung, acht weitere im Bereich Betreutes Wohnen. „Natürlich pflegen und versorgen wir hier, aber es soll keinesfalls nach Krankenhaus aussehen“, erklärt Heimleiterin Gabi Fleckenstein die Philosophie des Hauses. Wohnlich und familiär soll es sein, damit sich die Bewohner wirklich zu Hause fühlen. Die enge Anbindung an den Ort trägt das Ihrige dazu bei. „Wir haben hier ständig Besuch“, erzählt Fleckenstein. Ob Angehörige, Freunde oder Nachbarn – weil die Wege kurz sind, schaut jeder gerne mal vorbei. „So intensiv erleben Sie das in anderen Heimen nicht.“

Keine weiten Wege

Auch Hildegard Moll profitiert von dieser Nähe. Seit einigen Wochen wohnt sie im Seniorenzentrum St. Barbara. Abgeschoben fühlt sie sich dennoch nicht.„Jeden Abend nach der Arbeit besucht mich meine Tochter für ein Stündchen. Dann plaudern wir ein wenig über den Tag“, erzählt die 93-Jährige. Möglich ist das, weil Mutter und Tochter beide in Grünsfeld wohnen und keine weiten Wege für den Besuch anfallen. Auch die Enkel kommen regelmäßig vorbei. Wenn sie bei der Mutter sind, ist es zur Oma schließlich nur ein Katzensprung. Im Heim fühlt sich die gehbehinderte Seniorin bestens aufgehoben. „Zu Hause war ich den ganzen Tag allein“, erzählt sie. „Aber hier ist immer jemand, mit dem ich mich unterhalten kann.“ Zudem nimmt sie an verschiedenen Angeboten teil –vom Gedächtnistraining über die Gymnastik bis zum gemeinsamen Kochen und Backen. „Und jeden Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen“, schmunzelt Moll. Ihr Fazit: „Ich werde hier wirklich bestens versorgt. Es war gut, hierherzuziehen.“

Familiäre Atmosphäre

Dass es in St. Barbara so viele Angebote gibt, verdankt das Seniorenzentrum der Einbindung in die Gesundheitsholding Tauberfranken. „Ob Sturzprävention oder Wundmanagement, Memory-Gruppe oder Diätberatung – mit der Holding im Rücken können wir eine Menge Synergieeffekte nutzen“, erklärt Dr. Antonia Büchner. Wichtig sei darüber hinaus die enge Verzahnung von Pflege, Hauswirtschaft und Betreuung. „Dass man sich hier gegenseitig unter die Arme greift, trägt viel zur familiären Atmosphäre des Hauses bei.“ Beim Sommerfest wird die Stimmung unterdessen immer ausgelassener.Regina Markert, die Frau des Grünsfelder Bürgermeisters, hat zur Gitarre gegriffen und stimmt mit den Bewohnern ein Lied um das andere an. „Hoch auf dem gelben Wagen“ ruft sie in die Runde, und schon singen alle lautstark mit. Kein Wunder, schließlich ist Markert den Bewohnern bestens bekannt. Einmal im Monat kommt sie zu einem Singnachmittag ins Seniorenzentrum – für viele ein lieb gewonnenes Ritual. „Und mir macht es jedes Mal großen Spaß.“

Aktiv im Gemeindeleben

Überhaupt: So jung das Heim auch ist, St. Barbara ist schon fester Bestandteil im Grünsfelder Gemeindeleben. Ob Kindergarten, Schule oder die örtliche Musikgruppe„Die Grünbachtaler“ – alle sind sie gern gesehene Gäste bei den Feiern im Seniorenzentrum. Und damit nicht genug:„Als kürzlich ein feuerwehrbegeisterter Bewohner seinen Geburtstag feierte, schickte die Feuerwehr kurzerhand ihr neuestes Fahrzeug vorbei“, erzählt Heimleiterin Fleckenstein. „Können Sie sich vorstellen, wie der sich gefreut hat?“ Begeistert zeigen sich aber nicht nur die Bewohner. Auch die Mitarbeiter sind voll des Lobes für das ortsnahe Kleinheim.„Ich empfinde die Atmosphäre hier als sehr entspannend“, sagt Hildegard Schulze, Leiterin der Memory-Gruppe. Auch die Ausstattung sei vorbildlich.„Helle, lichtdurchflutete Zimmer, jedes mit einer Nasszelle ausgestattet. Da kann man sich schon wohlfühlen.“ Dennoch – in die Zimmer zieht es an diesem sonnigen Nachmittag kaum jemand. Nachdem auch die „Grünbachtaler“ noch ein paar Lieder angestimmt haben, wird auf der Terrasse das Abendbrot serviert. Und weil Sommerfest ist, gibt es ein Bier dazu. „Wie gut, dass das mit Hawaii nicht geklappt hat“, meint plötzlich eine Bewohnerin. „Denn da gibt es ja bekanntlich kein Bier.“ Und schon stimmen sie wieder ein Lied an.

Text: Andreas Laska | Fotos: Bert Bostelmann

 
 
 
 
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