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Ärztlicher Direktor: Staffelübergabe am KKM

Dr. med. Martin Haunschild ist seit dem 1. Januar 2020 neuer Ärztlicher Direktor am Katholischen Klinikum Koblenz · Montabaur. Er folgte damit auf Prof. Dr. med. Jan Maurer, der dieses Amt zuvor zehn Jahre ausübte und die Aufgabe nun auf eigenen Wunsch seinem Nachfolger übergab. Die lange geplante Staffelübergabe war zuvor über Monate hinweg vorbereitet worden.

Bereits seit dem Sommer 2019 hatte Dr. Haunschild an den Direktoriumssitzungen teilgenommen - gemeinsam mit Prof. Maurer, dem Hausoberen Werner Hohmann, dem Pflegedirektor Thomas Geltenpoth und dem Kaufmännischen Direktor Jérôme Korn-Fourcade. Im Doppelinterview spricht zunächst Prof. Dr. Maurer (Chefarzt der HNO) über die vergangenen zehn Jahre, bevor Dr. Martin Haunschild (Chefarzt der Orthopädie) auf das blickt, welche Herausforderungen vor dem KKM liegen. 

Prof. Dr. med. Jan Maurer
Prof. Dr. med. Jan Maurer

„Fusion und Medizinstrategie waren Meilensteine“

Herr Prof. Maurer, wie fällt Ihr Fazit aus nach mehr als 10 Jahren im Amt des Ärztlichen Direktors?

Es ist schwer ein Fazit zu ziehen, weil es so viele Aspekte gibt.  Wichtigster Aspekt ist sicher das gesamte KKM. Es ist uns gelungen aus drei sicher in der heutigen Zeit nicht alleine überlebensfähigen Krankenhaus-Betriebsstätten ein solides in sich medizinisch und administrativ abgestimmtes und vor allem zukunftsfähiges Verbund-Klinikum zu entwickeln. Auch ohne Universität bieten wir in Koblenz höchstes Versorgungsniveau. Einige Fachabteilungen und Ihre Chefärzte gehören zur nationalen Spitzengruppe in Deutschland. In Montabaur, entsprechend dem dortigen Versorgungsauftrag, betreiben wir   einen inzwischen weitgehend modernisierten Krankenhausstandort für die Grund, Regel- und Notfallversorgung des Westerwaldes.

Was waren Meilensteine Ihrer Amtszeit?

Erster Meilenstein war die Fusion der Krankenhausstandorte Koblenz mit „Marienhof und Brüderhaus“ und Montabaur zum Katholischen Klinikum Koblenz · Montabaur.  Zweiter Meilenstein war sicherlich die Realisierung einer Medizinstrategie und die Realisierung der daraus folgenden Veränderungen in den drei Krankenhäusern, die zum heutigen Bild des KKM geführt haben, einschließlich der Gründung neuer Hauptfachabteilungen.  Auch die geplante Zusammenführung der beiden Häuser in Koblenz ist daraus entstanden, weil sie medizinisch alternativlos ist.  Daraus werden die Medizin und damit unsere Patienten viele Vorteile haben und nebenbei können Probleme wie personelle Engpässe und knapper werdende Ressourcen zumindest etwas entschärft werden.

Was war die größte Herausforderung?

Große Herausforderungen waren sicherlich die genannte Fusion und die Durchsetzung der dadurch notwendig gewordenen Veränderungen, außerdem Kontinuität in der Entwicklung zu bewahren trotz mehrfacher Wechsel der Hauoberen und Kaufmännischen Direktoren. Für mich persönlich war auch die Zeit, die größere Entscheidungen, in einem solchen Klinikum und den Trägergruppen brauchen, immer eine Herausforderung im Sinne einer Geduldsprobe. Schließlich ist die Vereinbarkeit des Chefarztpostens einer der großen Kliniken des Klinikums mit der ehrenamtlichen, aber zeitlich durchaus herausfordernden Funktion des Ärztlichen Direktors für mich immer eine Herausforderung geblieben.  

Was möchten Sie Ihrem Nachfolger im Amt als Impuls mit auf den Weg geben?

Es ist eine verantwortliche Position, in der man sehr viel mitgestalten und positiv wie negativ beeinflussen kann. Ich bin davon überzeugt, dass er mit Weitblick und ausreichender Flughöhe die weitere Entwicklung des KKM zusammen mit dem Chefarztkollegium und dem Direktorium in die richtige Richtung lenken wird. Ich wünsche ihm das Quäntchen Glück, das man braucht und das ich hatte, um positive Entwicklungen für unser KKM zu initiieren.


Dr. med. Martin Haunschild
Dr. med. Martin Haunschild

„Entwicklung des KKM liegt mir besonders am Herzen“

Herr Dr. Haunschild, warum haben Sie sich dazu entschieden, sich für das Amt des Ärztlichen Direktors zur Verfügung zu stellen?

Ich bin jetzt seit 23 Jahren am Katholischen Klinikum, erst als leitender Oberarzt und seit 2005 als Chefarzt tätig. In dieser Zeit habe ich die verschiedensten Entwicklungen des Klinikums, die nicht immer nur positiv waren, miterleben dürfen. Auch in schwierigeren Zeiten war jedoch immer der Zusammenhalt und die Unterstützung in der Dienstgemeinschaft eine Konstante. Dieses wohl in der heutigen Zeit nicht selbstverständliche Betriebs- und Arbeitsklima führte zu einer zunehmenden Identifizierung mit den Zielen des Klinikums. Die Geschicke und die weitere Entwicklung des Klinikums unter den immer problematischer werdenden Rahmenbedingungen liegen mir besonders am Herzen, so dass ich sehr gern mehr Verantwortung für das Klinikum übernehmen wollte. Obwohl ich in meiner Funktion als Chefarzt durchaus ausgelastet wäre, habe ich mich als die Frage nach der Übernahme dieser Funktion gestellt wurde bereiterklärt, die Position des ärztlichen Direktors des KKM zu übernehmen.

Wie sind Ihre ersten Einrücke in der neuen Funktion, die Sie ja neben Ihrer Tätigkeit als Chefarzt ausüben?

Seit Januar bin ich jetzt offiziell ärztlicher Direktor des Katholischen Klinikums.  Jedoch hatte ich schon während meiner Einarbeitungszeit seit September 2019 Einblicke in die sehr umfangreiche und verantwortungsvolle Aufgabe im Direktorium gewinnen können. Nun da ich selbst in der Verantwortung stehe, sieht die Situation noch etwas anders aus. Vor allem das Zeitmanagement, was durch die vielen zusätzlichen Termine sehr angespannt ist, verlangt nicht nur von mir, sondern auch von den Oberärzten der Abteilung und dem Sekretariat mehr Disziplin und Flexibilität. Vielfältige Anfragen, das Erledigen verschiedenster Aufgaben, Sitzungstermine, Regelkommunikationen gehören jetzt zum Alltag. Der Arbeitsalltag wird zwangsläufig länger. Ich versuche derzeit noch eine Balance zwischen meinen Patienten und den direktorialen Aufgaben herzustellen. Grundsätzlich kann ich aber sagen, dass mir meine neue Aufgabe Freude bereitet. Da ich mich auf die Unterstützung der Mitarbeiterin meiner Abteilung und den Chefarztkollegen berufen kann, bin ich sehr optimistisch, diese Position inhaltlich aber auch persönlich adäquat erfüllen zu können.  

Welches sind die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen?

Hier sehe ich in den kommenden Jahren vier wesentliche Punkte. Ein wichtiger Aspekt, den ich auch schon in meiner Neujahrsansprache thematisiert habe, ist der Fachkräftemangel in der Pflege und der Ärzteschaft. Hier gilt es Konzepte zu entwickeln, wie wir unser Klinikum und die Arbeitsplätze so attraktiv gestalten können, dass die Akquise von Mitarbeitern verbessert werden kann. Ein anderer Punkt ist für mich die zunehmende Ambulantisierung der Medizin. Hier müssen wir es schaffen Zugangswege zum ambulanten Sektor für die Abteilungen zu schaffen, die derzeit noch nicht Patienten ambulant behandeln können. Ein Dauerbrenner im Klinikum, welcher seit Jahren relevant ist und einer dringenden Lösung bedarf, ist die unzureichende digitale Unterstützung in den verschiedensten Arbeitsfeldern des Klinikums. Gerade in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels ist die Entlastung der Mitarbeiter von administrativen Tätigkeiten durch intelligente digitale Lösungen kein Wunsch, sondern eine zwingende Notwendigkeit. Eine weitere wichtige, anspruchsvolle, zukunftsträchtige, aber auch schöne Herausforderung ist die Planung, Gestaltung und Umsetzung der Einhäusigkeit am Marienhof. Ein Krankenhaus völlig neu nach Abläufen und Prozessen zu gestalten, zu entwickeln und zu optimieren erfordert eine gute Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen. Diese Arbeit im Team mitgestalten zu können, sehe ich für mich als eine besondere Aufgabe.   

Was möchten Sie Ihrem Vorgänger im Amt als Impuls mit auf den Weg geben?

Nach diesen sehr aufregenden Jahren als ärztlicher Direktor wünsche ich Jan Maurer jetzt etwas mehr Ruhe, Zeit für sich und vor allem auch für die Familie, natürlich bei bester Gesundheit. Für eine seiner Lieblingstätigkeiten, der eigene Garten, wurde er vom Chefarztkollegium bereits aufgerüstet. Das bedeutet aber nicht, dass er sich zur Ruhe setzen soll. Die weitere Entwicklung seiner HNO-Klinik steht jetzt sicherlich im Mittelpunkt seiner Tätigkeit. Für vielfältige Projekte ist jetzt mehr Zeit. Ich bin mir sicher, dass er sich weiterhin für unser Klinikum engagieren wird und ich freue mich, wenn ich gelegentlich auf seinen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann.

 
 
 
 

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