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10.06.2020

„Gemeinsam haben wir die Herausforderung Corona sehr gut bewältigt“

Früh wurde der Hohenlohekreis zu einem der Corona-Hotspots in Deutschland und das Hohenloher Krankenhaus Anlaufstelle für insgesamt mehr als 160 Corona-Patienten. Melanie Junge leitet als Kaufmännische Direktorin des Hohenloher Krankenhauses dessen Krisenstab. Sie ist besonders stolz auf die Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen.

Melanie Junge ist Kaufmännische Direktorin des Hohenloher Krankenhauses. Sie ist stolz auf die Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen im Hohenloher Krankenhaus während der Corona-Phase.
Melanie Junge ist Kaufmännische Direktorin des Hohenloher Krankenhauses. Sie ist stolz auf die Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen im Hohenloher Krankenhaus während der Corona-Phase.

Gleich zu Beginn des Interviews ist es Melanie Junge wichtig einen Dank auszusprechen. "Ein ganz herzliches Dankeschön geht an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich während der Corona-Phase enorm engagiert und eingebracht haben. Für uns alle war und ist das eine große Herausforderung, die wir gemeinsam sehr gut bewältigt haben. Der Zusammenhalt im Hohenloher-Krankenhaus unter den Kolleginnen und Kollegen ist echt toll und in den letzten Wochen sind wir noch enger zusammengewachsen," betont die Kaufmännische Direktorin des Hohenloher Krankenhauses und man spürt, wie stolz sie auf die Leistung des Teams in "ihrem" Krankenhaus ist. Mehr als 160 Corona-Patienten wurden zwischen Anfang März und Anfang Mai hier versorgt, unter hohem personellem und hygienischem Aufwand oft über mehrere Wochen hinweg. Erst langsam und über mehrere Stufen beginnt jetzt die Rückkehr zum Normalbetrieb - eine Phase, die mindestens ebenso viel Organisation, Absprachen und Kommunikation erfordert wie zu Beginn der Corona-Pandemie.  

Mehr als 160 Corona-Patienten

Seit Ende Februar befindet sich das Hohenloher Krankenhaus Öhringen im Krisenmodus. "Nach den ersten Berichten aus China und Italien haben wir früh angefangen uns auf den Corona-Ausbruch vorzubereiten, mehrere Isolierzimmer im Erdgeschoss für infektiöse Patienten freigehalten und erste Hygienevorgaben erstellt", erinnert sich Melanie Junge. Doch nur wenige Tage später war der Hohenlohekreis zu einem der Corona-Hotspots in Deutschland geworden und das Hohenloher Krankenhaus als erste klinische Anlaufstelle mitten drin. "Anfangs kam eine Flut von Auflagen und Bestimmungen vom Land, vom Kreis und von der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft, dazu immer neue Informationen des Robert-Koch-Instituts, die mitunter täglich aktualisiert wurden", erinnert sich Melanie Junge. Diese Informationen mussten alle gesichtet, geprüft und auf die Verhältnisse des HK angepasst werden. Denn Vorbilder gab es nicht. Dafür wurde ein dauerhafter Krisenstab eingerichtet, der sich zu Hochzeiten der Pandemie fast täglich traf. "Die Arbeit im Krisenstab war und ist extrem wichtig, weil hier alle Berufsgruppen vertreten sind und wir gemeinsam gute und praktikable Lösungen gefunden haben", erläutert Melanie Junge, die den Krisenstab leitet und bei der alle Informationen zusammenlaufen.

Die Arbeit im Krisenstab war und ist extrem wichtig, weil hier alle Berufsgruppen vertreten sind und wir gemeinsam gute und praktikable Lösungen gefunden haben.

Unzählige Telefonate und E-Mails bestimmen seither ihren Tag. "Es gab gefühlt, eine Million Rückfragen von Mitarbeitenden - trotz schriftlicher Informationen. Dazu Absprachen mit den niedergelassenen Ärzten, mit dem Rettungsdienst, mit den Seniorenheimen; Telefonkonferenzen mit der BBT-Regionalleitung, Besprechungen mit den Stationsleitungen und den Kollegen in der Verwaltung sowie täglich Telefonate mit dem Gesundheitsamt und dem Landrat." Die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt lief und läuft aus Junges Sicht hervorragend. "Wir haben uns bei allen Schritten abgesprochen und der Landrat informierte uns frühzeitig über alle Entwicklungen und die steigenden Infektionszahlen. So waren wir immer gut auf die Aufnahme von COVID-19-Patienten vorbereitet und sind nie an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen." 

Enorme Dynamik der Entwicklung

Die Dynamik der Entwicklung war enorm: nach den ersten Zimmern wurde bald die komplette Station im Erdgeschoss für Corona-Patienten geräumt. Kurz darauf kam die Station 1 als weitere Isolierstation hinzu. Ende März musste schließlich auch noch die Station 2 mit Corona-Verdachtsfällen belegt werden. Um mehr schwerkranke Patienten auf der Intensivstation versorgen zu können, wurde die Kapazität dort von sieben auf zwölf Plätze aufgestockt. Um infektiöse von nicht-infektiösen Notfallpatienten zu trennen, wurde eine zweite Notaufnahme speziell für Corona-Patienten im Erdgeschoss eingerichtet und in direkter Nachbarschaft Räume für die Corona-Ambulanz der niedergelassenen Ärzte freigeräumt. Zusätzliche Untersuchungsgeräte wurden angeschafft, getrennte Wartebereiche geschaffen, Abläufe für Patienten und Personal festgelegt.

Seit 16. März wurden alle elektiven, planbaren Operationen abgesagt, Ambulanzen komplett geschlossen. Nur für medizinische Notfälle und Geburten blieb das Krankenhaus immer offen. In jede dieser Entscheidungen war Melanie Junge eingebunden, wurde ihre kaufmännische Expertise gefragt und ihre Koordinationsfähigkeit gefordert. Sie kümmerte sich um die Gelder für den Schutzschirm und regelte in Absprache mit dem Personalleiter Stefan Bort den Einsatz des Personals. "Wir haben z.B. Dienst- und Urlaubspläne geändert, um die unterschiedliche Belastung in den verschiedenen Bereichen etwas auszugleichen." OP-Personal wurde z. B. auf der Intensivstation und in anderen Bereichen eingesetzt, Auszubildende unterstützten auf den Stationen, die Physiotherapie half am Empfang mit aus, in anderen Bereichen wie beim Küchenpersonal wurden Überstunden abgebaut.

Hoher Bedarf an Schutzausrüstung

Die größte Sorge bereitete der Kaufmännischen Direktorin die Versorgung mit Schutzausrüstung für die Mitarbeitenden. Mit der rasch ansteigenden Zahl von Corona-Patienten erhöhte sich der Bedarf sprunghaft, die Preise vervielfachten sich. Täglich war sie mit dem Leiter der Materialwirtschaft Martin Scholl im Warenlager und sichtete die Bestände, telefonierte auch selbst verschiedenen Lieferanten hinterher und übernahm zum Teil persönlich die Verteilung der Schutzausrüstung an das Personal. "Die Spenden der verschiedenen Firmen aus der Region haben uns da sehr geholfen, so dass wir immer ausreichend Material zum Schutz für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung hatten, dafür bin ich sehr dankbar", unterstreicht Melanie Junge.

Die Spenden der verschiedenen Firmen aus der Region haben uns da sehr geholfen, so dass wir immer ausreichend Material zum Schutz für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung hatten, dafür bin ich sehr dankbar.

Doch Spenden kamen nicht nur von großen Firmen. Kleinere Firmen aus Öhringen und der Region, Pizzerien, Eiscafés aber auch Privatpersonen und Nachbarn kamen vorbei, spendeten Schutzmasken, Essen, kleine Snacks und zeigten so ihre Unterstützung und Solidarität. "Diese Verbundenheit der Menschen mit uns allen hier im Krankenhaus, die Dankesplakate und Banner an der Straße und auch der Zuspruch durch Oberbürgermeister Thilo Michler - das hat uns alle sehr berührt und uns sehr motiviert bei unserer Arbeit." Es hat auch dazu beigetragen, den Teamgeist unter den Mitarbeitenden im Haus weiter zu stärken. "In dieser Phase hat man gemerkt, dass wir ein kleines Haus sind und jeder jeden kennt. Alle haben mit angepackt und auch Arbeiten übernommen, für die sie sonst nicht zuständig sind", lobt Melanie Junge - und wieder spürt man, wie stolz sie auf die Leistung der Kolleginnen und Kollegen im Hohenloher Krankenhaus ist.

Text: Ute Emig-Lange

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