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12.10.2020

Covid-19 war und ist unkalkulierbar

Als das Coronavirus ausbricht, steht das Team der Infektionsstation vor besonderen Herausforderungen. Wenn man Stationsleiterin Katharina Fröhling fragt, was sie in den vergangenen Wochen bei der Arbeit auf der Infektionsstation am allermeisten bewegt habe, dann kommt spontan diese Antwort: „Patienten, denen es schlecht ging, tagelang ohne Besuche von Angehörigen alleine auf den Zimmern zu wissen, das war schon schlimm.“

Das Team der Infektionsstation ist in der Krise über sich hinausgewachsen und hat sich jederzeit gegenseitig unterstützt.
Das Team der Infektionsstation ist in der Krise über sich hinausgewachsen und hat sich jederzeit gegenseitig unterstützt.

Ab Mitte März wurden für mehrere Wochen keine Besucher ins Krankenhaus gelassen, Patienten und Angehörige traf der Lockdown besonders hart. „Wir konnten die Familien und Freunde der am Coronavirus Erkrankten ja nicht ersetzen!“, sagt Katharina Fröhling. Aber das Team habe alles versucht, um Schwerstkranke und Sterbende möglichst nicht alleine zu lassen. Die Namen der Verstorbenen haben die Pflegenden sich gemerkt. „Wir haben alles getan, um den Patienten beizustehen“, berichtet Sunja Baschizada, stellvertretende Stationsleiterin.

Bei Weitem hört man nicht nur Belastendes, Ernstes und Angespanntes vom Team der Station 3. Das Team habe gut funktioniert, die Gesundheits- und Krankenpfleger haben sich gegenseitig unterstützt, Angst hatten sie zu keinem Zeitpunkt. „Wir waren hier von Anfang an durch das paderlog, unser Zentrum für Krankenhauslogistik und Klinische Pharmazie, gut und sicher mit Schutzmaterial versorgt“, sagt Fröhling, das galt auch, als in anderen Bereichen hier und da Engpässe drohten.“ 

Grüße auf allen Kanälen

Von einer Routine im Arbeitsalltag konnte man erst einmal nicht sprechen. „Die Informationsflut war heftig“, so Sunja Baschizada. „Es änderte sich ja ständig alles.“ Und natürlich habe das Anlegen der Schutzkleidung eine Menge Zeit in Anspruch genommen – eine Tätigkeit, bei der alle Mitarbeitenden, die Kontakt zu Infizierten oder Verdachtspatienten hatten, keine Kompromisse machen konnten. Um möglichst zu verhindern, dass mehr Zeit als nötig mit dem An- und Ablegen der Schutzkleidung investiert wurde, planten die Pflegekräfte jeden Gang in das Zimmer des infizierten Patienten ganz genau: Blutdruck messen, Essen bringen, Infusionen erneuern, Medikamente verabreichen, Katheter prüfen – das wurde alles während eines Kontakts erledigt. Parallel dazu unterstützten die Mitarbeitenden die Angehörigen bei der Übermittlung von Grüßen und hielten Telefonhörer an Ohren, Bilder über Köpfe, Facetime vor die Nase oder Fotos und Zeichnungen an die Wände.

Das Ärzteteam war über Dr. Andreas Zaruchas ständig aktuell informiert über alle Neuigkeiten und Veränderungen rund um das Coronavirus. Der Krisenstab aus Direktorium, Krankenhaushygieniker, Pflegedirektor, Leitenden Ärzten, dem Teamleiter Hygiene, dem Ärztlichen Direktor und seinem Vertreter und der Unternehmenskommunikation kam anfangs täglich zusammen. „Der intensive Austausch war für alle Beteiligten dringend nötig und hilfreich. Nicht nur, um die aktuellen Infektionszahlen im Kreis Paderborn und die Belegung unserer Stationen auszutauschen, sondern auch, um beispielsweise Standards beim Umgang mit Verdachtsfällen und Infizierten, Hotspots, Schutzmaßnahmen für alle Mitarbeitenden, den Nachschub von Schutzmaterial und die Durchführung von Abstrichen festzulegen“, sagt Dr. Andreas Zaruchas.

Die neue Normalität

In den kommenden zwölf bis 18 Monaten wird sicher nichts so sein, wie es vor Corona war – darin sind sich nicht nur die Mitglieder des Krisenstabs einig. Das Krankenhaus und mit ihm alle Mitarbeitenden bleiben in Alarmbereitschaft. Vermutlich, bis es einen Impfstoff gegen das Virus gibt, möglicherweise darüber hinaus. Denn Covid-19 war und ist unkalkulierbar. Das zeigen auch die aktuellen, regional eingrenzbaren Ausbrüche der Viruserkrankung.

Angespannte und aufreibende Monate liegen hinter allen Mitarbeitenden. Das gilt ganz besonders für die Teams in den Kliniken. „Dass wir innerhalb kürzester Zeit zusätzliche Intensiv- und Beatmungsplätze einrichten konnten, dass wir es geschafft haben, unsere Arbeit in dieser schweren Krise verantwortungsvoll und unverdrossen fortzuführen, dass wir Leben geschützt und gerettet haben – dafür sind wir als Verantwortliche sehr, sehr dankbar“, sagt Christoph Robrecht, Hausoberer und Regionalleiter

„ Es geht mir wieder gut“

Chefarzt Dr. Norbert Bradtke freut sich mit dem Patienten über dessen Genesung.

Nach mehreren nicht bestätigten Verdachtsfällen wurde im St.-Marien- Hospital Marsberg ein schwer an Covid- 19 erkrankter Patient behandelt. Der 60-Jährige wies im Röntgen und in der Computertomografie der Lunge eine fortgeschrittene Schädigung des Organs auf. Zuvor hatte sich der Zustand des Patienten über eine Woche mit grippalen Beschwerden zusehends verschlechtert. Die eingeleitete stationäre Behandlung mit engmaschigen klinischen Kontrollen, kontinuierlicher Sauerstoffgabe, labortechnischen Kontrollen und Blutgasanalysen führte zu einer raschen Besserung. „Mit rückläufigen klinischen Symptomen und weitgehend normalisierten Entzündungswerten konnte der Patient zehn Tage nach stationärer Aufnahme symptomfrei entlassen werden. Der radiologische Befund hatte sich erheblich verbessert“, erklärt Dr. Norbert Bradtke, Chefarzt der Inneren Medizin. Bei seinem Kontrolltermin bestätigte der Patient: „Es geht mir wieder gut.“

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