Zur Unternehmensseite
28.07.2021 (aktualisiert am 17.11.2021)

Impfen – Ja, Nein, Vielleicht?

Impfen oder nicht? Selbst wer geimpft ist, hat noch Fragen zu Schutz, Wirksamkeit und Nebenwirkungen der Covid-Impfung. Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Wie wirksam ist der Impfstoff?

Die Impfung schützt nicht vor einer Infektion, aber vor einem schweren Verlauf. 

BioNTech/Pfizer und Moderna wirkten in Studien in rund 95 Prozent aller Fälle. AstraZeneca zu 70 Prozent und Johnson & Johnson zu 66 Prozent, doch auch diese Impfstoffe schützen vor einem schweren Verlauf und verhindern in den allermeisten Fällen, dass Menschen an COVID-19 sterben.
Studien aus Großbritannien zum Impfstoff von AstraZeneca und BioNTech/Pfizer ergaben, dass beide Impfstoffe eine vergleichbar hohe Schutzwirkung gegen die Virusvariante Delta haben, die in Europa vorherrschend ist. Sie schützen jedoch nicht vor einer Infektion, sondern vor einem schweren Verlauf. 

Kann ich nach der Impfung andere anstecken?

Ja, das Risiko ist allerdings deutlich geringer. 

Der Impfschutz lässt über die Zeit nach und die Wahrscheinlichkeit, trotz Impfung PCR-positiv zu werden, nimmt zu. Das Risiko, das Virus möglicherweise auch unbemerkt an andere Menschen zu übertragen, muss durch das Einhalten der Infektionsschutzmaßnahmen zusätzlich reduziert werden.

Wie kann ich mich außer der Impfung noch schützen?

AHA+L gilt weiterhin: Abstand, Hygiene, Alltag mit Maske und ausreichendes Lüften. Außerdem: Regelmäßiges Testen, um eine Infektion so schnell wie möglich zu erkennen. 

Mehrere Wissenschaftler und Politiker fordern zudem weitgehende Kontaktbeschränkungen.

Booster-Impfung - Wann und Wie?

Sie ist nötig sechs Monate nach der Impfung und sollte mit einem mRNA-Impfstoff durchgeführt werden. Waren die ersten Impfungen mit einem mRNA-Impfstoff, dann sollte mit dem gleichen geboostert werden. 

Die Auffrischungsimpfung soll frühestens sechs Monate nach der Grundimmunisierung verabreicht werden. Unabhängig davon, welcher Impfstoff bei den ersten beiden Impfungen verwendet wurde, soll für die Auffrischungsimpfung ein mRNA-Impfstoff genutzt werden: BioNTech/Pfizer oder Moderna. Erfolgte die Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff, soll möglichst der gleiche Impfstoff angewendet werden. Personen, die vor oder nach der COVID-19-Impfung eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, wird keine Auffrischungsimpfung empfohlen.

Für welche Personengruppen die Booster-Impfung besonders wichtig ist:

  • Personen im Alter von ≥ 70 Jahren
  • Bewohner*innen von Seniorenzentren
  • Personen mit einer Immunschwäche
  • Pflegepersonal und andere, die direkten Kontakt zu pflegenden Personen haben
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt

Boostern, wenn man zwischenzeitlich infiziert war?

Nein! Personen, die vor oder nach den ersten beiden Impfungen eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, wird keine Auffrischimpfung empfohlen.

Antikörper vor der Booster-Impfung bestimmen lassen?

Nein, es ist noch nicht bekannt, ab welchem Wert von einem ausreichenden Schutz vor der Erkrankung ausgegangen werden kann. Daher ist ein Test nicht nötig. 

Auch bei einem hohen Antkörperspiegel nach den ersten beiden Impfungen beziehungsweiser einer Impfung bei Johnson & Johnson ist eine Auffrischimpfung nötig. 

Antikörpertest nach der Booster-Impfung?

Die STIKO empfiehlt keine generelle Prüfung des Impferfolgs,  da bisher keiner weiß, ab welchem Wert man immun ist. 

Grippeschutz- und Coronaimpfung kombinieren?

Laut STIKO muss zwischen der Covid-19-Impfung und der Grippeschutzimpfung mit einem Totimpfstoff kein zeitlicher Abstand liegen, sie stuft die Kombination als unbedenklich ein. Die vorliegenden Daten gäben keinen Hinweis darauf, dass bei einer gleichzeitigen Impfung einer der beiden Impfstoffe nicht mehr wirke, so Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission. Gleichzeitig verabreicht, sollten sie aber in unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Bei den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna kommt es nach der Impfung häufig zu Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Fieber tritt häufiger nach der Zweitimpfung auf. Sehr selten kam es bisher zu Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen. 
Die Nebenwirkungen des Impfstoffs von AstraZeneca ähneln denen der oben genannten Impfstoffe. Bei AstraZeneca treten die Symptome jedoch häufiger nach der Erstimpfung auf. In seltenen Fällen kam es zu Hirnvenenthrombosen (sogenannte Sinusvenenthrombosen; SVT), oder anderen thrombotischen Ereignissen, wie Mesenterialvenenthrombosen und Lungenembolien. Ebenso bei Johnson & Johnson.

Die Nebenwirkungen zeigen uns, dass diese Impfstoffe das Immunsystem ganz besonders gut ansprechen und eine sehr hochwertige Immunantwort hervorrufen. Der Impfstoff tut also genau das, was er soll: unser Immunsystem anregen.

Wie sicher ist die Impfung?

Forscherinnen und Forscher sind sich weitgehend einig, dass es ausgeschlossen ist, dass sich die bei der Impfung verabreichte RNA in das menschliche Erbgut einbauen könnte. Denn die mRNA gelangt gar nicht erst in den Zellkern, wo die Erbsubstanz der Körperzellen liegt. Die Zellen des menschlichen Körpers können eine mRNA zudem nicht in eine DNA umwandeln.

Die Pharmahersteller bezogen von vorneherein mehr Menschen in die klinischen Prüfungen der Impfstoffe ein, als sonst üblich. In der entscheidenden dritten Phase vor der Zulassung wurden, laut Klaus Cichutek, Leiter des Paul-Ehrlich-Instituts, das unter anderem für die Prüfung der Sicherheit von Impfstoffen zuständig ist, mehr als 20.000 Menschen getestet, normalerweise sind es rund 3.000. Die Entwicklung der neuen Impfstoffe ging so erfreulich schnell, weil sich die Wissenschaftler auf Forschungen stützen konnten, die im Zusammenhang mit dem ersten SARS-Virus und MERS-Virus standen. Beschleunigt hat das Verfahren auch die Zusammenarbeit von Forschern weltweit und die Kombination sonst getrennt stattfindender klinischer Prüfungen.

Kann die Impfung unfruchtbar machen?

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Frauen wegen der Impfung unfruchtbar werden könnten.

Vor der Zulassung der Impfstoffe werden diese umfangreich geprüft. Weil sich das Spikeproteine des Coronavirus und das Protein Syncytin-1, das für die Bildung der Plazenta verantwortlich ist, ähneln, äußerten einige Menschen in den Sozialen Medien, dass nach der Impfung Antikörper gegen das Spikeprotein des Coronavirus gebildet werden, die sich auch gegen das Syncytin-1-Protein wenden und somit die Bildung einer Plazenta beeinträchtigen. Die Ähnlichkeit der beiden Proteine ist jedoch so gering, dass eine Kreuzreaktion ausgeschlossen werden kann.

Warum ist eine Impfung wichtig?

Impfungen tragen dazu bei, Kontaktbeschränkungen mittelfristig zu lockern. Dafür muss jedoch ein großer Teil der Bevölkerung geimpft sein.

Jede Corona-Impfung hilft dabei, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. So schützt jeder, der sich impfen lässt, auch die eigene Familie, Freunde und die Gemeinschaft.

Die bereitgestellten Infos stellen den Stand vom 17. November 2021 dar. Die Entwicklung der Pandemie ist nach wie vor sehr dynamisch; wir werden den Artikel bei Bedarf aktualisieren. 

Weitere Artikel zum Thema:

Diese Website verwendet Cookies.
Diese Webseite nutzt externe Komponenten, wie z.B. Karten, Videos oder Analysewerkzeuge, welche alle dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Nutzungsverhalten zu sammeln. Personenbezogene Daten werden von uns nicht erhoben und bedürfen, wie z. B. bei der Nutzung von Kontaktformularen, Ihrer expliziten Zustimmung. Weitere Informationen zu den von uns verwendeten Diensten und zum Widerruf finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen. Ihre Einwilligung dazu ist freiwillig und für die Nutzung der Webseite nicht notwendig.