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16.04.2020

Helfen, wo Not am Mann ist

Crash-Kurs zum Corona-Helfer

Für Benno Riehl war es keine Frage, sich als Corona-Helfer ausbilden zu lassen. Den zweitägigen Kurs am Bildungscampus des Katholischen Klinikums Koblenz · Montabaur hat er hinter sich, nun wartet er auf seinen Einsatz. Sich für andere zu engagieren? Für Benno Riehl eine Selbstverständlichkeit. Schon oft war er als Ersthelfer in Krisengebieten unterwegs.

Sich für andere zu engagieren, ist für Benno Riehl eine Selbstverständlichkeit. Hier ist er bei einem Einsatz in Indonesien 2018 nach einem Erdbeben. Klar, dass er auch zu Corona-Zeiten überlegt, wie er helfen kann. (Foto: I.S.A.R. Germany)
Sich für andere zu engagieren, ist für Benno Riehl eine Selbstverständlichkeit. Hier ist er bei einem Einsatz in Indonesien 2018 nach einem Erdbeben. Klar, dass er auch zu Corona-Zeiten überlegt, wie er helfen kann. (Foto: I.S.A.R. Germany)

Erst heute Morgen hat Benno Riehl im Altenheim angerufen. Für die Senioren dort wäre es doch eine schöne Abwechslung, wenn er mit seinen beiden Hunden zu Besuch käme. Es sind ganz besondere Tiere, die der 55-Jährige besitzt: ausgebildete Rettungshunde, mit denen er früher nach Vermissten gesucht hat.

Als ich gelesen habe, dass man sich als Corona-Helfer ausbilden lassen kann, habe ich nicht lange überlegt.

Helfen, wo die Not groß ist und sich für andere einsetzen? Das ist für Benno Riehl nicht nur in Corona-Zeiten ein Thema. Mit I.S.A.R. Germany - einer auf Erdbeben spezialisierten Rettungsorganisation - ist er schon oft in die Krisengebiete der Welt geflogen, um nach Naturkatastrophen den Menschen zu helfen und die Versorgung wieder mit aufzubauen. Die Trinkwasseraufbereitung ist das Spezialgebiet des Ingenieurs. So wie vor zwei Jahren in Indonesien. Nach einem Erdbeben ergoss sich eine Schlammlawine über die Provinzhauptstadt Palu. "Man konnte fast nichts mehr erkennen, das glich einer Müllkippe", erinnert sich Riehl. "Als wir dann die Kinder wieder mit frischem Trinkwasser versorgen konnten, war das ein unbeschreiblicher Moment", erzählt er. 

Die Aufbereitung von Trinkwasser gehört zum Spezialgebiet von Benno Riehl. (Foto: I.S.A.R. Germany)
Die Aufbereitung von Trinkwasser gehört zum Spezialgebiet von Benno Riehl. (Foto: I.S.A.R. Germany)

Mit Technik kennt sich Benno Riehl aus, der heute als selbstständiger Sachverständiger arbeitet und viele Jahre eine Heizungsbaufirma leitete. Aber Pflege? "Als ich gelesen habe, dass man sich als Corona-Helfer ausbilden lassen kann, habe ich nicht lange überlegt", sagt er. Seine Zeit kann sich der Freiberufler flexibel einteilen und so nahm er zwei Tage an dem kompakten Kurs zum Corona-Helfer am Bildungscampus des Katholischen Klinikums Koblenz · Montabaur teil. 

Unter Anleitung einer examinierten Pflegefachkraft können wir nun zum Beispiel beim Essenanreichen oder der Körperhygiene unterstützen oder auch bei anderen Dingen assistieren.

Auf dem Programm standen wichtige Grundlagen wie die Symptome einer Corona-Infektion, über die korrekte Händehygiene und das An- und Ablegen der Schutzausrüstung, aber auch die richtige Bewegung und Lagerung von Lungenkranken, die Kontrolle der Vitalzeichen bis hin zur Vermeidung von Druckgeschwüren, dem Dekubitus. Weit mehr als hundert Freiwillige haben sich allein am Bildungscampus ausbilden lassen, in der gesamten Stadt Koblenz sind es etwa 300. 

"Unter Anleitung einer examinierten Pflegefachkraft können wir nun zum Beispiel beim Essenanreichen oder der Körperhygiene unterstützen oder auch bei anderen Dingen assistieren", berichtet Benno Riehl, der nun "Corona-Pflegehelfer" ist. Medizinische Aufgaben fallen nicht darunter. Er könnte bei der Versorgung von Patienten im Krankenhaus oder aber auch in einer Pflege- oder Behinderteneinrichtung eingesetzt werden. Die Teilnehmer sollten nach der Schulung an mindestens zwei Tagen für jeweils sieben Stunden zu einem Einsatz bereit sein. Benno Riehl hat sich gleich für fünf Tage zur Verfügung gestellt. 

Nach der Katastrophe in Indonesien 2018: Vor Ort gibt es oft nur wenige Menschen, die sich mit der Aufbereitung von Trinkwasser auskennen, sagt Benno Riehl. (Foto: I.S.A.R. Germany)
Nach der Katastrophe in Indonesien 2018: Vor Ort gibt es oft nur wenige Menschen, die sich mit der Aufbereitung von Trinkwasser auskennen, sagt Benno Riehl. (Foto: I.S.A.R. Germany)

Bei seinen Einätzen von I.S.A.R. Germany arbeitet der engagierte Mann mit Medizinern und Pflegern zusammen, dennoch hat ihm die zweitägige Schulung deutlich gemacht, "wie wichtig die Pflege ist und welchen Stellenwert dieser Beruf verdient hat. Das muss viel mehr von der Gesellschaft anerkannt werden - unabhängig von Corona." Benno Riehl überlegt jedenfalls schon, welche Weiterbildungen er noch absolvieren kann und wie er sich weiter für andere einsetzen kann. "Das Leben hat es gut mit mir gemeint, da möchte ich gerne etwas zurückgeben." 

Sie möchten auch helfen?

Corona ändert einiges  - auch im Pflegealltag. Durch Quarantänen und Erkrankungen ist nicht auszuschließen, dass es zu einem erhöhten Personalbedarf zur Versorgung von Patienten kommt. Nutzen Sie gerne die Fragebögen unserer Einrichtungen, wenn Sie helfen möchten. 

Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim

Diakonissenkrankenhaus Mannheim Krankenhaus Tauberbischofsheim

Auch bundesweit stehen Plattformen, wie pflegereserve.de oder freiwillige-helfen-jetzt.de zur Verfügung, um als Fachkraft in der Pflege oder als Freiwilliger zu unterstützen. 

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