BBT-Gruppe
 
 
 
 
 

23.03.2015

Krankenhaus auf dem Prüfstand

Privatdozent Dr. Jochen Textor zu Gütesiegeln und Rankings von Kliniken

Das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn lässt sein Qualitätsmanagement seit Jahren durch externe Gutachter prüfen. Es hat u.a. das Gütesiegel nach DIN EN ISO 9001:2008 und der ProCum Cert GmbH, dazu das TÜV-Zertifikat „Schmerzfreie Klinik“, das Gütesiegel Geriatrie, die Auszeichnung „Babyfreundliches Krankenhaus“, das EndoCert-Zertifikat und das Qualitätssiegel Geriatrie erhalten. Das Herz- und Gefäßzentrum wurde als erstes fachübergreifendes Zentrum bereits 2006 zertifiziert. Orthopädie und Kardiologie belegen Spitzenplätze in der FOCUS-„Klinikliste 2013“. Der ärztliche Direktor, Privatdozent Dr. Jochen Textor,erklärt, was Zertifizierungen und Rankings über die Qualität eines Krankenhauses aussagen.

Dr. Jochen Textor

Herr Dr. Textor, warum setzen Sie auf Gütesiegel?

Jedes Zertifizierungsverfahren bringt es mit sich, dass wir unsere Prozesse überdenken, Stärken und Schwächen ermitteln und unsere Instrumente so anpassen, dass sich das Haus im Ganzen und die einzelnen Zentren im Speziellen weiterentwickeln. Ziel ist, dass die ganze Leistungskette optimiert wird und die Prozesse abteilungsübergreifend und kontinuierlich in den Blick genommen werden. Die Gutachter geben uns darüber hinaus qualifizierte Ratschläge, wie wir uns weiter verbessern können. Wichtig ist, dass die Ergebnisse der Audits alle Ebenen des Krankenhauses durchdringen, so dass die Abläufe effektiver gestaltet werden und den Patienten ein noch höheres Maß an Sicherheit geboten wird. Zertifizierungsverfahren kosten Zeit und Geld.

Lohnt der Aufwand?

Als wir mit der Zertifizierung unseres Qualitätsmanagements begonnen haben, hat das zu ganz enormen Verbesserungen geführt. Man darf sich aber auf einem Zertifikat nicht ausruhen. Die vorgeschriebenen
Rezertifizierungen sorgen dafür, dass die Bemühungen weitergehen. Der große zeitliche und letztlich finanzielle Aufwand rechtfertigt sich nur, wenn das Verfahren entsprechend positive Effekte mit sich bringt. Zertifikate wirken natürlich auch als Wegweiser für den Patienten.

Wie ist das Qualitätsmanagement im Gemeinschaftskrankenhaus organisiert?

Grundsätzlich ist jeder Mitarbeiter am QM beteiligt, angeleitet durch geschulte Qualitäts- und Risikobeauftragte. Wir haben mit Qualitätsmanagerin Anja Schlieder und Koordinatorin Martina van Bonn zwei Fachkräfte, die sich um die Koordinierung der notwendigen Prozesse im Gesamthaus, aber auch in den Zentren und Fachabteilungen kümmern. Einmal pro Woche findet ein Treffen von QM und ärztlichem Direktor statt, zu dem regelmäßig Hygieniker und Hygienefachkräfte sowie die Leitung der Technik hinzukommen. Dazu gibt es regelmäßige Besprechungen von QM-Leitung und Pflegedirektorin Ingrid Petschick. Die Gesamtplanung erfolgt dann in den Sitzungen von QM und Direktorium, die alle drei Monate stattfinden.

Welche Verfahren stehen in nächster Zeit an?

Im Herbst das Überwachungsaudit nach DIN ISO 9001 und ProCum Cert, im nächsten Jahr dann die Rezertifizierung, außerdem werden die Gütesiegel EndoCert und des Gefäßzentrums erneuert, und für Ende 2014 streben wir das Diabetologikum an.

Was halten Sie von medizinischen Rankings?

Wenn man vorne steht, ist das schön und hat sicher auch einen Werbeeffekt. Aber der Patient sollte nicht allein auf Rankings setzen, denn sie geben nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit wieder. Am besten ist es, wenn der Patient mit seinem Arzt zusammen überlegt, welches Krankenhaus am besten für die Behandlung geeignet ist.

 
 

Artikel finden

 
 

Artikel-Übersicht

 
 

Das könnte Sie auch interessieren

 
 
  • Alexa, was fehlt mir?

    Alexa, was fehlt mir?

    Sind Sie auch smart? Eine kurze Aufforderung an Alexa und das Licht im Wohnzimmer leuchtet. Oder stellen Sie allmorgendlich die Frage: „Okay, Google, wie wird das Wetter?“ Künstliche Intelligenz macht uns das Leben ein Stück bequemer. Auch im Gesundheitswesen ist die digitale Transformation längst angekommen. Ein Kommentar von Dr. Albert-Peter Rethmann.   

     
  • So werden Medizinprodukte sterilisiert

    So werden Medizinprodukte sterilisiert

    Die neue AEMP im Caritas-Krankenhaus erfüllt die höchsten Qualitätskriterien bei der Aufbereitung von Medizinprodukten. Hier werden alle benutzten Instrumente und Medizinprodukte für den nächsten Einsatz hygienisch gereinigt, sterilisiert und verpackt.   

     
  • Schnelle Hilfe für Schwerverletzte

    Schnelle Hilfe für Schwerverletzte

    Minuten können Leben retten – bei Unfällen oder akuten Erkrankungen ist die zügige und passende Behandlung lebenswichtig. Das Traumanetzwerk, dem mehr als 600 Kliniken angeschlossen sind, stellt die schnelle Versorgung sicher. Als regionales Traumazentrum gehört auch das Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn dazu.   

     
 
 
Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen