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13.07.2021

Pilotprojekt für starke Azubis

Das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim testet in einer der neu gestarteten Ausbildungsklassen ein Coaching-Programm. Dieses soll soziale Kompetenzen fördern und die Persönlichkeit der Schüler*innen stärken – erfolgreicher Ausbildungsabschluss als Ziel.

Das Caritas-Krankenhaus hat ein Pilotprojekt zur Unterstützung von Auszubildenden in der Pflege gestartet.
Das Caritas-Krankenhaus hat ein Pilotprojekt zur Unterstützung von Auszubildenden in der Pflege gestartet.

Innovative Ideen entwickeln, Neues ausprobieren, ungewohnte Wege gehen – das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim stößt immer wieder neue Projekte an, um sich für die Zukunft weiterzuentwickeln. Jetzt ist ein innovatives Pilotprojekt zur gezielten Unterstützung von jungen Auszubildenden in der Pflege an den Start gegangen. Mit im Boot: die Freiwilligendienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Und schon nach dem ersten Treffen mit 13 Schüler*innen zeigte sich: Das neue Projekt ist ein großer Erfolg.

Als Team zusammenfinden

„Das war ein spannender Tag, die Zeit ist verflogen – ganz anders als erwartet“, sagt Wendy Merkert aus der Klasse 21/24 F des Caritas-Bildungszentrums am Ende des ersten Projekttages, der unter dem Motto „Meine neue Rolle finden“ stand. Die Auszubildende Pia Deckert ergänzt: „Wir sind als Gruppe in der kurzen Zeit richtig zusammengewachsen. Der Tag hat uns gezeigt, wie wichtig Teamwork ist und dass man schwierige Situationen mit guter Kommunikation und zusammen als Gruppe am besten meistern kann. Wir haben auch gemeinsam über unsere persönlichen Stärken und Schwächen gesprochen und von den anderen ganz viel positives Feedback bekommen. Das war super. “

Der erste Projekttag sollte den Auszubildenden helfen, als Team zusammenzuwachsen. Denn nur mit Teamwork kann man schwierige Situationen meistern.
Der erste Projekttag sollte den Auszubildenden helfen, als Team zusammenzuwachsen. Denn nur mit Teamwork kann man schwierige Situationen meistern.

Über diese positiven Stimmen freut sich Tobias Schmied. Der Sozialpädagoge hat den ersten Projekttag zusammen mit Markus Klaus von den Freiwilligendiensten der Diözese Rottenburg-Stuttgart organisiert. „Das war das Ziel des heutigen Tages. Die Teilnehmer*innen haben gerade mit ihrer Ausbildung am Caritas-Krankenhaus begonnen – ein ganz neuer Lebensabschnitt für alle. Die Auszubildenden sind unterschiedlich alt, haben unterschiedliche Vorerfahrungen und Interessen – kommen aus unterschiedlichen Ländern. Sie müssen als Gemeinschaft zusammenwachsen – so ist das auch immer wieder in ihrem künftigen Berufsleben und auch schon jetzt in den Praxiseinsätzen. Immer wieder muss man sich auf neue Situationen und unterschiedliche Menschen einstellen, mit ihnen im Team zusammenarbeiten. Da ist eine gute Kommunikation die Basis. Es freut mich sehr, dass der Tag bei allen so gut ankam“, zieht Tobias Schmied Bilanz.

Sozialpädagoge Tobias Schmied freut sich über die positiven Rückmeldungen der Auszubildenden nach dem ersten Projekttag.
Sozialpädagoge Tobias Schmied freut sich über die positiven Rückmeldungen der Auszubildenden nach dem ersten Projekttag.

Ein neuer Alltag

Den Anstoß für das Projekt gab der Pflegedirektor im Caritas-Krankenhaus Frank Feinauer. „In der Vergangenheit haben wir erlebt, dass es immer wieder Schülerinnen und Schüler gibt, die zwar großes Interesse am Pflegeberuf haben, sich aber vor allem zu Beginn der Ausbildung mit der Anpassung an den Alltag auf Station schwertun“, beschreibt der Pflegedirektor des Caritas-Krankenhauses Frank Feinauer die Ausgangslage. „Bei manchen wird der Frust so groß, dass sie die Ausbildung abbrechen.“ Ein Nachteil für beide Seiten: Die jungen Menschen müssen sich neu orientieren, erleben die Situation oft als Niederlage und haben Zeit verloren. Das Krankenhaus seinerseits verliert potenzielle Nachwuchskräfte für die Pflege. 

Hier setzt nun das neue Projekt „Pflege- Ausbildung-Erfolg“ an. „Wir haben die Beobachtung gemacht, dass Auszubildende, die zuvor ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert haben, ihre Ausbildung in der Regel mit Erfolg beenden und im Beruf bleiben wollen“, so Feinauer. „Sie profitieren auch von den regelmäßigen Seminaren, die schon seit vielen Jahren zum FSJ dazugehören.“ Diese Erfahrung soll nun allen Pflegeazubis im Caritas-Bildungszentrum zugutekommen. Gemeinsam mit dem Bildungsreferenten der Freiwilligendienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Markus Klaus hat das Caritas-Krankenhaus ein spezielles Konzept zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler entwickelt, angepasst an die jeweilige Ausbildungsphase. „Als Bildungsträger vor allem im sozialen Bereich stehen wir immer an der Schnittstelle zwischen FSJ und Ausbildung. Die Idee aus dem Caritas-Krankenhaus haben wir daher gerne aufgegriffen und bringen nun unser Know-how und unsere Erfahrung in der Vermittlung von personalen Kompetenzen in das gemeinsame Projekt ein“, betont Markus Klaus.

Soziale Kompetenzen stärken

Start war nun Anfang Juni mit dem ersten Schwerpunkt zu Beginn der Ausbildung mit Themen wie Gesprächsführung, Integration in ein Stationsteam, Ankommen in der Arbeitswelt sowie Umgang mit Druck und Misserfolgen, die an mehreren Tagen in Gruppen- und Einzelcoachings vermittelt werden. Begleitend gibt es in den Monaten danach immer wieder regelmäßige Treffen und Gesprächsangebote. „Diese Bildungstage sollen Orientierung bieten, die persönlichen Kompetenzen stärken und den jungen Menschen Stabilität geben“, unterstreicht Frank Feinauer. „Jeder hat einmal ein Tief und es kommt zu Konflikten; sich damit auseinanderzusetzen und diese zu bewältigen, das wollen wir vermitteln.“ Ein weiterer Schwerpunkt liegt dann gegen Ende der Ausbildung auf der Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung, dem Training von Lerntechniken und Lernstrategien.

Den Anstoß für das Projekt gab der Pflegedirektor im Caritas-Krankenhaus Frank Feinauer.
Den Anstoß für das Projekt gab der Pflegedirektor im Caritas-Krankenhaus Frank Feinauer.

Dazu kommen begleitend die Auseinandersetzung mit dem christlichen Menschenbild und die Reflexion der eigenen Kultur, Religion und Wertevorstellungen. Ein Ansatz, der auch für Norbert Stolzenberger, den Leiter des Caritas- Bildungszentrums, wichtig ist. „Die Herkunft der Schülerinnen und Schüler, ihre kulturelle Prägung und der Wissensstand, den sie mitbringen, sind zum Teil sehr unterschiedlich.“ Diese Diversität könne man im normalen Unterricht oft nicht ausreichend auffangen. „Die Unterstützung durch das spezielle Coaching externer Mentoren der Freiwilligendienste kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, um die Persönlichkeit der jungen Menschen zu festigen und sie auch mental auf die vielen Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen im Pflegeberuf vorzubereiten.“ Ziel sei es, möglichst viele erfolgreich und langfristig in den Pflegeberuf zu führen. Falls sich die positive Wirkung auf die Rate der erfolgreichen Abschlüsse im Projekt bestätigt, ist eine Ausweitung auf alle Klassen im Caritas- Bildungszentrum geplant.

Die nächsten Termine für die Schüler*innen der Klasse 21/24 stehen nun in den kommenden Wochen an. „Ich freue mich schon auf das nächste Mal“, sagt Schüler Daniel Herzig. „Der Tag heute hat richtig gutgetan.“

TEXT UND FOTOS: CHRISTIANE JANSEN

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