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03.12.2020

Klangvolle Therapie

Ordnende Impulse für Körper, Seele und Geist: Maria Gärtner, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Tanztherapeutin, bietet in der Fachklinik der Barmherzigen Brüder Saffig eine Klangschalentherapie an. „Bei dieser nonverbalen Methode handelt es sich um eine passende fachliche Ergänzung unseres ansonsten eher sprachzentrierten Therapieprogramms“, sagt Dr. Bernd Balzer, Ärztlicher Direktor der Fachklinik. Wer besonders davon profitiert und was sie bewirkt, erklärt Maria Gärtner im Interview.

Bei der individuellen Anwendung wird die Behandlung auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt, erklärt Maria Gärtner (li.).
Bei der individuellen Anwendung wird die Behandlung auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt, erklärt Maria Gärtner (li.).

Frau Gärtner, der Begriff Klangschalentherapie ist nicht unbedingt jedem geläufig. Was kann man sich unter dieser Behandlungsform genau vorstellen?

Die Hess-Klangmassage bzw. -therapie ist eine ganzheitliche Entspannungsmethode, die schon seit 30 Jahren zum Einsatz kommt. Begleitet durch wissenschaftliche Forschungen, entwickelten sich daraus qualifizierte Klangmethoden, die inzwischen in vielfältigen Arbeitsfeldern von Prävention, Pädagogik und Therapie Anwendung finden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Ansätzen: Bei der Basis-Klangmassage handelt es sich um einen feststehenden Ablauf, bei dem Klangschalen in einer bestimmten Reihenfolge und Kombination auf dem bekleideten Körper angeschlägelt werden. Diese Methode findet vor allem im Rahmen von Entspannungs- und Wellnessangeboten ihren Einsatz. Bei der individuellen Anwendung wird die Behandlung dagegen auf die jeweils individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt, und somit auch die Arbeit im psychotherapeutischen Rahmen unterstützt.

Beschreiben Sie kurz die Wirkungsweise der Klangschalentherapie.

Rein physikalisch betrachtet, kann Klang als Schwingung, als ein akustisches Signal verstanden werden, welches durch Schall übertragen wird. Wenn man eine Klangschale anschlägelt, beginnt diese zu vibrieren, wodurch die Luft in ihrer unmittelbaren Umgebung in Bewegung versetzt wird. Die Klangschwingungen verbreiten sich als ordnende Impulse auf den Körper und können dabei eine Lockerung der Gewebespannung bewirken. Dies kann man sich anhand eines Beispiels gut vorstellen: Lässt man einen Stein ins Wasser fallen, bilden sich konzentrische Wellen, die sich über das Wasser ausbreiten. Jedes Molekül des Wassers wird dadurch in Bewegung versetzt. Ähnliches passiert bei der Klangmassage im Körper, der ja zu 70 bis 80 Prozent aus Flüssigkeit besteht

Eine tiefe Entspannung stellt sich durch die Klänge ein.
Eine tiefe Entspannung stellt sich durch die Klänge ein.

Stress im Alltag, psychische Probleme oder körperliches Leiden: Wann würden Sie eine Klangschalenbehandlung empfehlen?

Im Prinzip ist eine Klangbehandlung für jeden geeignet. Sie kann als Entspannungs- und Wohlfühlerfahrung dienen, zum Beispiel zum Stressabbau, bei Schlafstörungen, Reizdarmsyndrom, Schulter- bzw. Nackensyndrom oder bei verspannungsbedingten Kopfschmerzen.

Wann die Klangtherapie angewendet wird 

Allgemein zur Verbesserung der Körperwahrnehmung sowie gezielt
  • bei Körperbild- und Körperschemastörungen (bei inadäquater Wahrnehmung des eigenen Körpers, sichtbaren Blockaden oder dissoziierten Körperbereichen/-teilen)
  • bei Schmerzen aller Art
  • in der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen, je nach Zielsetzung stützend, stabilisierend oder aufdeckend/integrierend
  • bei frühkindlichen Bindungsstörungen /innerer-Kind-Arbeit zur Stärkung des Urvertrauens; die Klänge der Beckenschale entsprechen den pränatalen Tönen im Mutterleib
Neben der Arbeit im Einzelsetting, findet die Klangtherapie auch Anwendung in Gruppensettings, wie z. B. als Klangmeditation, zur Begleitung von Entspannungsmethoden (z. B. PMR), im Achtsamkeitstraining, bei Körperreisen und Imaginationsübungen.

So ist die Wirkung der Klangschalentherapie

Aus jahrzehntelanger Praxiserfahrung sowie verschiedenen Forschungsergebnissen lassen sich folgende Wirkungsmerkmale zusammenfassen:

  • wirkt ganzheitlich auf Körper, Seele und Geist
  • bewirkt tiefe Entspannung
  • stärkt das Urvertrauen
  • unterstützt das Loslassen von Belastungen, Sorgen, Ängsten …
  • trägt zur Harmonisierung, Regeneration und Vitalisierung bei
  • verbessert die Körperwahrnehmung
  • ermöglicht Zugang und Nutzung von Ressourcen
  • stärkt das Selbstbewusstsein, die Kreativität, Schaffenskraft und die Motivation

Darüber hinaus kann sie aber auch im psychotherapeutischen, klinischen Rahmen, quasi bei allen neurotischen Störungsbildern wie Depressionen, Ängsten, psychosomatischen Erkrankungen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Anpassungsstörungen sowie Verhaltens- und affektiven Störungen zum Einsatz kommen.

Zur Person

Maria Gärtner ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Tanz- und Ausdruckstherapeutin, Lehrtherapeutin und Supervisorin. Sie übernimmt die Ausbildungsleitung am Deutschen Institut für Tanz- und Ausdruckstherapie (DITAT e.V.) in Bonn, wo sie auch eine eigene Praxis leitet. Weiterhin ist sie als Dozentin an der Köln-Bonner-Akademie für Psychotherapie (KBAP) tätig.

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