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23.09.2020

Neue Hüften bringen Schwung

In der Reha-Klinik in Bad Mergentheim gilt Beate Stier bei den Mitpatienten inzwischen als Attraktion: Die zierliche 51-Jährige mit den dunklen Locken hat nicht nur eine neue Hüftprothese bekommen, wie viele hier. Ihr wurden gleich zwei neue Hüftprothesen eingesetzt – und das in einer nur zweistündigen Operation.

Die jahrelangen quälenden Schmerzen beim Gehen haben endlich ein Ende. Mit ihrer neuen Beweglichkeit hat sich Beate Stier schon die ersten Ziele gesteckt: wandern und Motorrad fahren.
Die jahrelangen quälenden Schmerzen beim Gehen haben endlich ein Ende. Mit ihrer neuen Beweglichkeit hat sich Beate Stier schon die ersten Ziele gesteckt: wandern und Motorrad fahren.

Selbst manchen Therapeuten habe ich das erst erklären müssen“, berichtet Beate Stier und dabei schwingt ein wenig Stolz in ihrer Stimme mit. Denn man sieht ihr beim Gehen die besondere Herausforderung nicht an, zeitgleich mit zwei neuen Hüftgelenken klarzukommen. Dank intensivem Lauf- und Bewegungstraining kann sie knapp vier Wochen nach der Operation schon wieder große Runden im Park der Reha-Klinik Dr. Vötisch drehen und schafft die zwei Treppen in die zweite Etage ohne Pause – hinauf und wieder hinunter. Die Gehstützen braucht sie vor allem als psychologische Hilfe. Das Training in der TEP-Gruppe zusammen mit anderen Patienten, die eine Hüftprothese bekommen haben, macht ihr mit am meisten Spaß. „Eigentlich bin ich ja ein Sportmuffel, aber ich will meine Beweglichkeit von früher wieder erreichen, dafür bin ich schließlich in die Reha gekommen.“

„Früher“, das ist für Beate Stier die Zeit bis vor knapp sechs Jahren. „Wegen einer Hüftdysplasie im Babyalter hatte ich schon als Jugendliche Bewegungseinschränkungen, die mich aber kaum belastet haben. Vor ungefähr sechs Jahren bekam ich dann plötzlich Höllenschmerzen und konnte nicht mehr gehen“, erzählt die 51-Jährige. Danach folgten jahrelange Therapieversuche mit Physiotherapie, Schmerzmitteln, Hyaluronspritzen und sogar einer Behandlung beim Heilpraktiker. „Das hat alles immer nur kurz geholfen und die Schmerzen wurden an beiden Hüften immer schlimmer. Schließlich konnte ich auch nachts vor Schmerzen nicht mehr schlafen.“ Ihre Arbeit als Schuhverkäuferin fiel ihr immer schwerer. Eine Operation hatte sie bis dahin wegen ihres noch jungen Alters immer abgelehnt. „Mein Mann und meine Söhne haben mich schließlich überzeugt, mich operieren zu lassen, sie konnten nicht mehr mit ansehen, wie ich leide.“

Schon am ersten Tag nach der OP konnte Beate Stier die Hüften belasten und übte im Zimmer mit Gehhilfen.
Schon am ersten Tag nach der OP konnte Beate Stier die Hüften belasten und übte im Zimmer mit Gehhilfen.

Intensive Beratung

Bei ihrer Vorstellung in der Ambulanz von Jan Dieterich, Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Endoprothetik im Hohenloher Krankenhaus Öhringen, erfuhr Beate Stier dann zum ersten Mal von der Möglichkeit, beide Hüften gleichzeitig durch Kunstgelenke zu ersetzen. Seit April 2019 ist der erfahrene Orthopäde und Unfallchirurg Jan Dieterich im Hohenloher Krankenhaus Öhringen tätig und hat dort die Abteilung für Orthopädie und Endoprothetik innerhalb von wenigen Monaten erfolgreich etabliert. Er kann auf mehr als 3.000 Endoprothetik-Eingriffe zurückblicken, doch ein beidseitiger Hüftgelenksersatz ist auch für ihn eher selten. „Ein solcher Eingriff erfordert einen rüstigen, fitten und noch jungen Patienten, der rasch ins Arbeitsleben zurückkehren möchte. Und zugleich müssen die Schmerzen auf beiden Seiten etwa gleich stark ausgeprägt und der Leidensdruck hoch sein“, erläutert Jan Dieterich. Bei Beate Stier trafen all diese Voraussetzungen zu und auch die Röntgenbilder zeigten starke Arthrose und Abnutzungserscheinungen an beiden Hüftgelenken. Nach intensiver Beratung durch den erfahrenen Facharzt entschied sie sich für den Doppeleingriff. „Ich wollte einfach endlich frei sein von diesen zermürbenden Schmerzen und konnte gar nicht entscheiden, welche Seite schlimmer ist.“

Knapp zwei Stunden dauerte dann am 19. Mai der gesamte Eingriff. „Wir hatten vereinbart, erst mit der linken Seite zu beginnen – denn dies war zumindest im Röntgen die etwas schlechtere Seite – und bei möglichen Problemen nur eine Seite zu operieren“, betont Jan Dieterich. Doch alles lief problemlos, und so setzte der Chefarzt auch auf der rechten Seite eine Hüftendoprothese ein – aus medizinischer Sicht dringend erforderlich, wie sich noch während der OP zeigte. „Die Gelenke auf beiden Seiten waren stark abgenutzt, Knorpel war nicht mehr vorhanden; die Hüftpfannen auf beiden Seiten waren schon sklerotisch, beide Hüftköpfe entrundet“, beschreibt der Orthopäde den Befund.

Dank intensivem Lauf- und Bewegungstraining kann Beate Stier knapp vier Wochen nach der Operation schon wieder große Runden in der Reha-Klinik Dr. Vötisch drehen.
Dank intensivem Lauf- und Bewegungstraining kann Beate Stier knapp vier Wochen nach der Operation schon wieder große Runden in der Reha-Klinik Dr. Vötisch drehen.

Gehen üben

Eine Schonung gab es trotz der Doppeloperation nicht: Schon am ersten Tag nach der Operation unternahm Beate Stier mithilfe des Physiotherapeuten ihre ersten Schritte mit den neuen Hüftgelenken im Krankenzimmer – beide Beine durfte sie von Anfang an voll belasten. Zwei Tage später wagte sie sich bereits auf die Treppe. Nach einer Woche Krankenhausaufenthalt wurde sie nach Hause entlassen und am 2. Juni startete die Reha in Bad Mergentheim. „Ich kann definitiv sagen, es war richtig, das so zu machen“, blickt die 51-Jährige nun mit dem Abstand von einigen Wochen zurück. „Die Operation und die erste Zeit danach waren kein Zuckerschlecken, aber zweimal das Ganze wollte ich sicher nicht mitmachen. Und das Wichtigste: Ich habe zum ersten Mal seit Langem praktisch keine Schmerzen beim Gehen.“ Nun geht es noch darum, die durch die jahrelangen Schmerzen eingeübten Fehlhaltungen zu korrigieren. „Das packe ich auch“, sagt Beate Stier bestimmt und geht aufrecht den langen Gang entlang. 

Für das gesamte Behandlungsteam in der Reha-Klinik und im Hohenloher Krankenhaus hat sie viel Lob: „Die Ärzte, Krankenschwestern und Therapeuten waren alle sehr freundlich.“ Und zu Chefarzt Jan Dieterich habe sie von Anfang an Vertrauen gefasst. „Das hätte ich sicher nicht bei jedem Operateur gemacht, aber er hat mit mir alles sehr genau besprochen, und ich bin froh und dankbar, dass er mir die Doppel-OP angeboten hat.

Denn zwei Ziele hat Beate Stier fest im Blick: „Ich will unbedingt wieder mit meinem Mann Motorrad fahren und dann das Walmendinger Horn im Kleinwalsertal von ganz unten bis zum fast 2.000 Meter hohen Gipfel zu Fuß besteigen.“ Die Entschlossenheit in ihrem Gesicht lässt keinen Zweifel, dass sie auch das schaffen wird

Spezialist im Hohenloher Krankenhaus Öhringen 

Die Abteilung für Orthopädie und Endoprothetik unter Leitung von Chefarzt Jan Dieterich ist auf orthopädische Operationen an Knie und Hüfte spezialisiert. Neben arthroskopischen Eingriffen liegt der Schwerpunkt auf dem künstlichen Gelenkersatz von Hüfte und Knie. Dabei kommen – wo immer möglich – besonders schonende, sogenannte minimalinvasive Operationstechniken zum Einsatz, die vor allem Muskeln, Knochen und Gelenkstrukturen bewahren. Meist schon am Tag der Operation beginnt die Mobilisation am Krankenbett. Physiotherapeuten üben die alltäglichen Bewegungsabläufe wie Hinsetzen, Knien oder auch Treppensteigen unter enger Begleitung durch das Ärzteteam. Der Sozialdienst organisiert – falls erforderlich – eine Reha, um den Erfolg der Operation zu sichern. Das überschaubare Behandlungsteam sichert eine familiäre und intensive Betreuung.

Jan Dieterich
Chefarzt
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Kastellstraße 5
74613 Öhringen

Spezialist im Krankenhaus Tauberbischofsheim 

Der Fachbereich Orthopädie unter Leitung von Dr. Heiko Sprenger ist seit 2015 für die hohe Qualität der Behandlung bei Beschwerden an Hüft- und Kniegelenken als Endoprothetikzentrum zertifiziert. Damit zeichnet die ärztliche Fachgesellschaft Kliniken mit besonders guten Therapieabläufen und Behandlungsergebnissen bei der Implantation von künstlichen Gelenken aus. Dr. Heiko Sprenger verfügt über eine langjährige Erfahrung bei der Implantation verschiedener Prothesenmodelle, angepasst an die individuellen Bedürfnisse des Patienten. Dazu gehören unter anderem die Hüftoberflächenprothesen, sogenannte Kappenprothesen, Kurzschaftprothesen unterschiedlicher zertifizierter Hersteller und herkömmliche Schaftprothesen. Bei allen Operationen und Eingriffen werden für den Patienten schonende, minimalisierte Zugangswege mit geringer Traumatisierung angewendet.

Dr. Heiko Sprenger
Leiter Fachbereich Orthopädie
Facharzt für Orthopädie
Knie- und Hüftendoprothetik, komplette konservative Orthopädie, Osteopathie, Vorfußchirurgie, Arthroskopien
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Spezialist im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim

Das Caritas-Krankenhaus hat sich nicht nur auf die Primärendoprothetik spezialisiert, wenn also erstmals bei einem Patienten ein künstliches Gelenk eingesetzt werden muss. Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist die sogenannte Wechselendoprothetik, wenn ein künstliches Gelenk ersetzt und ausgetauscht werden muss. Das kann zum Beispiel nach einem Sturz, nach einer Lockerung oder nach einer Komplikation der Fall sein. Der Wechsel von künstlichen Gelenken erfordert viel Erfahrung und spezielle Kenntnisse, daher werden dem Caritas-Krankenhaus für diese Eingriffe Patienten aus einem großen Einzugsgebiet zugewiesen. Vor allem ältere Patienten mit Mehrfacherkrankungen profitieren außerdem davon, dass alle wichtigen Fachabteilungen im Caritas unter einem Dach eng zusammenarbeiten und bei möglichen Fragen sofort hinzugezogen werden können. Das Caritas-Krankenhaus ist als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung zertifiziert.

Prof. Dr. Christoph Eingartner
Chefarzt Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie, Notfallmedizin und Physikalische Therapie
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