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28.03.2019

Nicht nur sauber, sondern rein

Die neue AEMP im Caritas-Krankenhaus erfüllt die höchsten Qualitätskriterien bei der Aufbereitung von  Medizinprodukten. Hier werden alle benutzten Instrumente und Medizinprodukte für den nächsten Einsatz hygienisch gereinigt, sterilisiert und verpackt.

Containerwaschanlage

Sie arbeiten hinter verschlossenen Türen und kein Patient bekommt sie zu Gesicht. Doch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der AEMP leisten einen wichtigen Beitrag für die Hygiene im Krankenhaus. AEMP steht für „Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte“, früher auch unter dem Namen Zentralsterilisation bekannt. Hier werden alle benutzten Instrumente und Medizinprodukte hygienisch gereinigt, sterilisiert und verpackt für den nächsten Einsatz am Patienten. Im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim wurde die AEMP jetzt nach einer intensiven Überprüfung für die gute Qualität der Prozesse und Abläufe vom TÜV Rheinland zertifiziert. „Wenn ich Ihre AEMP sehe, würde ich mich sofort hier im Haus operieren lassen“, lobte der Auditleiter Maik Roitsch das Team und
seine Arbeit in diesem sensiblen Bereich des Krankenhauses.

Barcode schützt vor Verwechslungen

Die Reinigung beginnt auf der sogenannten „unreinen Seite“, die – zum Schutz der Mitarbeitenden – nur mit
Schutzkleidung, Handschuhen und Schutzbrille betreten werden darf. Hier werden die benutzten Medizinprodukte
von der Verbandsschere bis zu OP-Instrumenten in Metallkörben, den „Sieben“, entgegengenommen und auf die Reinigungswagen verteilt. „Jedes Instrument muss geöffnet und auseinandergebaut werden, jedes Einzelteil wird dann auf vorbereiteten Wagen ausgebreitet, jede Kanüle und jeder Hohlkörper so aufgesteckt, dass er von der Reinigungsflüssigkeit umspült werden kann. Stark verunreinigte Instrumente werden zusätzlich unter Ultraschall vorbehandelt“, erläutert Karin Tränkler, Leiterin des AEMP. Der gesamte Prozess wird außerdem permanent am Computer dokumentiert und überwacht. „Alle Siebe haben einen individuellen Barcode, der zur Kontrolle eingescannt wird, ebenso noch einmal der Wagen, auf dem die Siebe liegen. Damit stellen wir sicher, dass die passenden Teile zusammenbleiben und nichts verloren geht.“ Anschließend werden die Wagen in eine der fünf neuen Reinigungsmaschinen geschoben. 

Rund 1,2 Millionen Euro investierte das Caritas-Krankenhaus im vergangenen Jahr in den Umbau und die Ausstattung der AEMP mit neuester Technik und modernen Reinigungsmaschinen. Dazu gehört auch eine neue circa zwei Meter hohe Containerwaschanlage mit bodentiefen Türen, in der größere Container, aber auch Transportwagen und selbst die Schuhe des Personals gereinigt werden. Der Blick durch die transparente Scheibe erinnert ein wenig an die Reinigung in einer Autowaschanlage, allerdings ohne Bürsten nur mit Wasserdruck aus zahllosen Düsen, die die Container und Wagen von allen Seiten umspülen. Hier und in den fünf Standardwaschmaschinen liegt die Reinigungstemperatur bei 93 Grad Celsius. „Wir haben im Caritas-Krankenhaus außerdem zwei neue Reinigungsmaschinen für sogenannte ‚Kritisch-C-Produkte‘ eingebaut“, erläutert Pflegedirektor Frank Feinauer. Zur Risikostufe C gehören zum Beispiel Endoskope für urologische Untersuchungen und andere Eingriffe. Diese sind thermolabil und dürfen nur bis maximal 60 Grad gereinigt und desinfiziert werden. „Wir können in unserer neuen AEMP damit sämtliche Medizinprodukte von der Risikostufe A ‚Unkritisch‘ bis zur Risikostufe C ‚Kritisch‘ nach den strengen Kriterien der neuen Norm EN ISO 13485:2016 sowie den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte aufbereiten“, so Feinauer. „Damit erfüllen wir die höchsten Qualitätskriterien.“

Weiter geht’s auf der „reinen“ Seite

Nach der Reinigung beginnt der zweite Teil der Aufbereitung. Dieser erfolgt komplett getrennt von der „unreinen“ Seite auf der „reinen“ Seite der AEMP. Alle Reinigungsmaschinen öffnen sich nach dem Spülvorgang zu dieser reinen Seite hin. Hier werden die maschinell getrockneten Instrumente entnommen und von den Mitarbeitenden auf Schäden und ihre Funktionsfähigkeit geprüft. Falls erforderlich werden die Teile mit einem Spray geölt, zusammengebaut und dann wieder in die Siebe und Container gepackt. Auf großen Transportwagen werden sie in die beiden raumhohen Sterilisatoren geschoben und dort etwa eine Stunde lang bei 134 Grad dampfsterilisiert. „Kritisch-C-Instrumente“ werden in einem speziellen Gassterilisator mindestens fünf Stunden lang mit Formalin sterilisiert, bevor sie wieder verpackt zum Einsatz in die Funktionsbereiche gebracht werden.

„Unsere Maschinen laufen von morgens sieben Uhr bis abends 20 Uhr, der Gassterilisator oft auch über Nacht“, berichtet Karin Tränkler. „Mehrere 1.000 Einzelteile werden so in der AEMP von meinen Kolleginnen und Kollegen an einem normalen Wochentag bearbeitet – nicht nur für das Caritas-Krankenhaus, sondern auch für weitere Kliniken und Arztpraxen in der gesamten Region.“ Neben Karin Tränkler und ihrer Stellvertreterin Annette Bohn gehören 15 weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum AEMP-Team. Dass sie nur im Verborgenen arbeiten, stört sie nicht. „Wir sind dafür zuständig, dass nur hygienisch einwandfreie Instrumente zum Einsatz kommen – seien es Instrumente bei einem großen Eingriff im OP, bei endoskopischen Untersuchungen oder sei es eine kleine Verbandsschere zur Wundversorgung. Wir sorgen eben auf unsere Weise für das Wohl der Patienten.“

 
 
 
 

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