
Mit einer hybriden
Abschlussveranstaltung am 22. Januar hat die BBT-Gruppe ihr Jubiläumsjahr „175
Jahre Barmherzige Brüder von Maria-Hilf“ beendet. Über zwölf Monate hinweg
hatte das Jubiläum Einrichtungen und Mitarbeitende in allen Regionen begleitet
– in einer Zeit, die von großen Herausforderungen im Gesundheits- und
Sozialwesen geprägt war. Der Leitgedanke „Mit Mut und Freude weiter“ zog sich
dabei wie ein roter Faden durch zahlreiche Begegnungen, spirituelle Impulse und
gemeinschaftliche Aktionen.

Die
Abschlussveranstaltung knüpfte an die Auftaktfeier im Januar 2025 an, bei der
mehr als 850 Teilnehmende an neun Standorten miteinander per Live-Schalte
verbunden waren. Auch diesmal entstand trotz räumlicher Distanz ein starkes
Gefühl von Zusammengehörigkeit: Sieben Standorte nahmen zeitgleich teil und
erlebten den Abschluss des Jubiläumsjahres gemeinsam.
Den
Auftakt bildete eine zeitgleich gefeierte Andacht an sieben beteiligten
Standorten. Musik, Impulstexte, Momente der Stille und eine Lesung aus dem
Lukas-Evangelium öffneten Raum für Rückblick und Dankbarkeit. Im Mittelpunkt
stand die Frage, was Menschen über regionale, berufliche und kulturelle
Unterschiede hinweg verbindet. Texte und Gebete machten die Verantwortung
füreinander sichtbar und verliehen dem Moment eine besondere Tiefe.




































Bei
der anschließenden Feier wurden die Standorte über Streamingtechnik miteinander
verbunden, sodass ein lebendiger Austausch entstand. Das Programm verdeutlichte
noch einmal, wie vielfältig sich das Jubiläumsjahr entfaltet hatte.
Überregionale und regionale Veranstaltungen, musikalische Beiträge und Zeichen
gelebter Solidarität prägten die vergangenen Monate. Ein Höhepunkt war das Fest der Dienstgemeinschaft am 26. Juni 2025 in Trier, an dem rund 1.500
Mitarbeitende teilnahmen.
Symbolisch
für das gemeinsame Unterwegssein standen auch besondere Wege: 15 Mitarbeitende
der Region Paderborn/Marsberg fuhren mit dem Fahrrad nach Trier, während 20
Kolleginnen und Kollegen aus dem Katholischen Klinikum Koblenz ∙ Montabaur zu
Fuß pilgerten.
Als
bleibende Zeichen des Jubiläumsjahres wurden in allen Regionen der BBT-Gruppe
Wegweiser aufgestellt. Sie zeigen auf die jeweils anderen BBT-Regionen und
tragen symbolische Kilometerangaben. Jeder Wegweiser wurde individuell
gestaltet und greift regionale Besonderheiten auf – als Erinnerung daran, dass
die Dienstgemeinschaft trotz räumlicher Entfernungen auf einem gemeinsamen Weg
unterwegs ist.
Ergänzt
wurde dieses Zeichen durch die Pflanzung von 22 Jubiläumsbäumen vor
verschiedenen Einrichtungen der BBT-Gruppe. Gepflanzt wurde die Echte
Mehlbeere, eine klimaresistente und anpassungsfähige Baumart. Sie steht
symbolisch für eine Dienstgemeinschaft, die sich den Veränderungen ihrer Zeit
stellt und in Bewegung bleibt.
Besonders
persönlich wurde die Abschlussveranstaltung durch den Beitrag von Mirjam
Rezvani aus dem Hohenloher Krankenhaus.
Als ihr Mann schwer erkrankte und sie vor der Frage stand, wie sich Familie und Beruf miteinander vereinbaren lassen, wandte sie sich im Gebet an den seligen Peter Friedhofen und bat ihn um Hilfe. Kurz darauf meldete sich eine Freundin, zu der sie lange keinen Kontakt mehr gehabt hatte, und bot ihre Unterstützung an. Mit ihrer Hilfe war die Kinderbetreuung gesichert. Dieses Erlebnis vertiefte die persönliche Verbundenheit Mirjam Rezvanis mit dem Ordensgründer.
Aus
Dankbarkeit entstand in ihrer Freizeit ein Geschenk für die Ordensgemeinschaft:
Innerhalb von sieben Monaten knüpfte sie zwei Teppiche von Hand – einen mit dem
Porträt Peter Friedhofens, den anderen mit dem Jubiläumslogo. „Ich wollte meine
Verbundenheit und tiefe Dankbarkeit mit etwas ausdrücken, das bleibt“, sagte die Operationstechnische
Assistentin, die seit 2023 im Hohenloher Krankenhaus arbeitet.

In
kurzen Live-Schalten kamen Mitarbeitende aus allen Regionen zu Wort. Sie
berichteten von prägenden Jubiläumsmomenten, besonderen Begegnungen und
Erfahrungen gelebter Gemeinschaft. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich
das Jubiläumsjahr vor Ort erlebt wurde und zugleich, was über den einzelnen
Moment hinausträgt: ein neu gewachsenes Gefühl von Verbundenheit, Aufbruch und
gemeinsamer Gestaltung im Alltag.
Ein
weiterer Höhepunkt war die Vorstellung der Chronik der Barmherzigen Brüder von
Maria-Hilf und der BBT-Gruppe. In einem Forschungsprojekt haben Ordensarchivar
Dr. Jens Fachbach und Prof. Dr. Bernhard Schneider, Theologische Fakultät
Trier, die Geschichte des Ordens und des Unternehmens aufgearbeitet. Die
Ergebnisse erscheinen in einer zweibändigen Chronik, deren offizielle
Buchvorstellung am 19. Februar
um 17 Uhr im Tagungs- und Gästehaus der Barmherzigen Brüder Trier geplant
ist. Bei der Abschlussveranstaltung gaben die Autoren erste Einblicke in 175
Jahre gelebte Geschichte – geprägt von Entwicklungslinien, Brüchen und
Kontinuitäten. „Der Mut der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf ist historisch belegt“, betonte Prof. Dr. Bernhard Schneider. „In der 175-jährigen Geschichte zeigt sich immer wieder, dass sie auch in tiefen Krisen mit Mut und Entschlossenheit Wege der Weiterentwicklung gegangen sind und sich immer wieder neu erfunden haben.“

Zum
Abschluss der Veranstaltung richteten Dr. Frank Zils, Sprecher der
Geschäftsführung der BBT-Gruppe, und Bruder Peter Berg, Generaloberer der
Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf, das Wort an die Teilnehmenden. Beide
blickten auf ein Jahr zurück, das neben vielen freudvollen Momenten auch von
schwierigen und schmerzhaften Entscheidungen sowie herausfordernden
Rahmenbedingungen geprägt war. Das Jubiläumsjahr habe in einer Zeit
stattgefunden, die den meisten Mitarbeitenden im Alltag viel abverlangt habe.
Gerade vor diesem Hintergrund sei der gemeinsame Rückblick auf Geschichte,
Haltung und Gemeinschaft von besonderer Bedeutung gewesen. Freigemeinnützige
Träger wie die BBT-Gruppe seien gezwungen, sich auf grundlegende Veränderungen
einzustellen, die innerhalb der Organisation auch Unsicherheiten ausgelöst
hätten.
Dr.
Frank Zils betonte, wie wichtig der offene Dialog mit den Mitarbeitenden in
dieser Zeit gewesen sei. Der Blick auf die Biografie Peter Friedhofens habe im
Jubiläumsjahr eine besondere Aktualität entfaltet. Sein Leben sei von Umwegen,
Widerständen und Brüchen geprägt gewesen, zugleich aber von Mut und einer
tiefen Zuversicht, die ihn auch in schwierigen Zeiten getragen habe. Gerade
darin liege seine Bedeutung für die Gegenwart.
Bruder
Peter Berg unterstrich, dass das Jubiläumsjahr Kraftquellen sichtbar gemacht
habe. Aus Geschichte, Begegnung und gemeinsam getragenen Erfahrungen sei neue Zuversicht
gewachsen. Veränderung sei Teil der Geschichte des Ordens und der BBT-Gruppe
und werde getragen von einer Haltung aus Glaube, Verantwortung und Vertrauen.
Mit
regionalen Bild- und Tonbeiträgen aus den Einrichtungen klang die
Abschlussveranstaltung aus. Erinnerungen, Stimmen und Eindrücke ließen das
Jubiläumsjahr noch einmal lebendig werden. Die Botschaft blieb dabei klar: Die
Geschichte der BBT-Gruppe geht weiter. Mit Mut. Und mit Freude.

Fotos: Harald Oppitz und Julia Steinbrecht