Organspende – Eine entscheidung treffen

In Deutschland wird die Debatte über die Praxis der Organspende von intensiven Emotionen begleitet. In unseren Einrichtungen liegt uns viel an der Begleitung derer, die die Entscheidung zur Organspende treffen müssen. Insbesondere für Angehörige gestaltet es sich oft als eine enorme Herausforderung, über eine Organspende zu entscheiden, während sie sich von einem geliebten Menschen verabschieden müssen. Umso wichtiger ist es, sich im Vorfeld bereits mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und sich zu informieren. Durch eine frühzeitige Entscheidung entlasten Sie Ihre Angehörigen und gehen sicher, dass Ihren Wünschen entsprochen wird.

8.260

Etwa 8.260 Menschen stehen in Deutschland derzeit auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Die meisten von ihnen warten auf eine Spenderniere.

953

Im Jahr 2024 gab es bundesweit 953 postmortale Organspenderinnen und Organspender. Sie haben 2.854 Organe gespendet. 

11

Auf 1 Mio. Einwohner liegt die Anzahl der Organspenderinnen und Organspender in Deutschland bei 11,4 und damit relativ niedrig. Zum Vergleich: Spanien kommt auf knapp 46.

Für uns ist wichtig: Niemand soll durch Druck, auch nicht durch subtilen moralischen Druck, zu einer Organspende gedrängt werden. Wer sich für die Organspende entscheidet, handelt aber sicher aus – christlicher – Nächstenliebe, indem er durch seine Entscheidung anderen Menschen das Leben rettet.

Bruder Peter Berg, stellvertretender Generaloberer der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf und Mitglied des Aufsichtsrates der BBT-Gruppe

Dr. Theresa Blaß

Was sollte man über Organspenden wissen, Dr. Blaß?

Dr. med. Theresa Blaß ist Oberärztin der Abteilung für Neurochirurgie und eine von fünf ärztlichen Transplantationsbeauftragten im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier. Im Interview erklärt
sie den Prozess einer Organspende, warum möglichst alle Menschen einen Organspendenausweis ausfüllen sollten und mit welchen Fragen von Angehörigen sie häufig konfrontiert wird.

Leben mit Spenderniere

„Hinterm Horizont geht's weiter“

Rudi Wartha ist nierenkrank. Nach langen Jahren der Dialyse erhielt er im Jahr 2010 eine Spenderniere. Von seinen Träumen hat er sich durch seine Krankheit nie abhalten lassen. Der Udo Lindenberg-Fan erzählt von seinem Leben mit Spenderniere.

Organspende: Ja oder nein? Sie Entscheiden!

Die Frage nach der eigenen Bereitschaft, nach dem Tod Organe und Gewebe zu spenden, ist sehr persönlich und für viele nicht einfach zu beantworten. Denn das Thema ist eng mit dem eigenen Tod und dem anderer Menschen verbunden.

Ich habe einen Organspendeausweis, weil ich das wichtig finde. Seit über 30 Jahren habe ich diesen Ausweis und vor zehn Jahren habe ich ihn nochmals „aktualisiert“. Für mich ist das selbstverständlich.

Jürgen Leitzgen,
Kaufmännischer Direktor 

Barmherzige Brüder Schönfelderhof

Ich habe einen Organspendeausweis, weil ich mir heute einen online besorgt habe. Ich hatte einen, wusste aber dann nicht mehr, wo er ist und habe mir heute innerhalb von zwei Minuten einen neuen gemacht.

Katrin Geimer,
stv. Leitung Hauswirtschaft 

Barmherzige Brüder Schönfelderhof

Ich habe einen Organspendeausweis, weil ich mich heute dazu entschieden habe, einen auszufüllen und nach meinem Tod gerne noch helfen möchte.

Samantha Bouffard, Reinigungskraft 

Barmherzige Brüder Schönfelderhof

Darum habe ich einen Organspendeausweis
Ich habe einen Organspendeausweis, weil ich es toll finde anderen Menschen durch meine Spende eine bessere Lebensqualität geben zu können. Meine Organe haben kein Ablaufdatum – warum etwas nicht nutzen, wenn es noch gut ist?

Ursula Krütten, Leitung Wäscherei 

Barmherzige Brüder Schönfelderhof

Foto: BZgA/Hardy Welsch

Informationen zum Organspendeausweis

Ausweis, bitte!

Der Organspendeausweis ist ein entscheidendes Dokument, das die Haltung zur Organspende festhält. Mit diesem Ausweis können Sie klar und eindeutig angeben, ob Sie im Falle Ihres Todes Organe oder Gewebe spenden möchten oder nicht. Es ist wichtig zu wissen, dass der Organspendeausweis rechtsverbindlich ist und Ihre Wünsche respektiert werden müssen. Es ist ratsam, den Organspendeausweis stets bei sich zu tragen. Dadurch können im Notfall die festgehaltenen Wünsche schnell erkannt werden. Familie und enge Vertraute sollten zusätzlich über den Organspendeausweis informiert werden, damit diese im Ernstfall die Entscheidung kennen und umsetzen können.

Der Organspendeausweis ist selbstverständlich kostenlos. Er unkompliziert online heruntergeladen werden oder bei verschiedenen Institutionen wie Krankenhäusern und Arztpraxen angefordert werden.

Organspenderegister

Informationen zum Organspenderegister 

Eintragen, bitte! 

Das Register für Erklärungen zur Organ- und Gewebespende (kurz: Organspende-Register) ist ein zentrales Online-Verzeichnis. Hier können Sie Ihre Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende online eintragen. Der Eintrag ist freiwillig und kostenlos. Er kann jederzeit geändert oder gelöscht werden. Das Organspende-Register bietet eine digitale Möglichkeit, Ihre Entscheidung rechtlich verbindlich zu dokumentieren. Es wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geführt.
Ihre Daten werden innerhalb des Organspende-Registers sicher auf Servern in Deutschland gespeichert.

Um das organspende-register.de zu nutzen, müssen Sie sich zuerst online ausweisen. Das geht erst mit 16 Jahren. Als deutsche Staatsbürger*in geht das über die Online-Ausweisfunktion (eID). Auch Bürger*innen der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) in Besitz einer deutschen eID-Karte sowie Personen mit Aufenthaltstitel können sich mit Hilfe der eID online ausweisen.
Alternativ haben Sie über die App Ihrer Krankenkasse Zugriff auf das Register. Hier weisen Sie sich mit Ihrer digitalen Identität (GesundheitsID) aus. Wie Sie Ihre GesundheitsID einrichten, verrät Ihnen Ihre Krankenkasse.