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Doppel-OP mit dem da Vinci
18.06.2025111

Doppel-OP mit dem da Vinci 

In der Allgemein- und Viszeralchirurgie des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Trier wurde jetzt ein außergewöhnlicher Eingriff durchgeführt: Während einer robotisch-assistierten OP mit dem da Vinci-Operationssystem konnte Chefarzt Privatdozent Dr. med. Fabian Bartsch einer Patientin sowohl deren fast komplett in die Brusthöhle gerutschten Magen wieder rückverlagern als auch einen im Bereich des Blinddarms gewachsenen Polypen entfernen.

Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Fabian Bartsch bereitet die OP vor.
Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Fabian Bartsch bereitet die OP vor.

Binnen weniger Monate hatte die Patientin ungewollt mehr als 20 Kilogramm ihres Körpergewichts verloren. Refluxbeschwerden, regelmäßige Übelkeit und Erbrechen nach der Nahrungsaufnahme machten der 56-Jährigen zu schaffen; woraufhin sie sich zur weiterführenden Diagnostik in der Abteilung für Innere Medizin I des Brüderkrankenhauses vorstellte. Doch weder die Magen- noch die Darmspiegelung bestätigten den Verdacht, dass ein Tumor vorliegen könnte.

Stattdessen stießen die Gastroenterologen im Zuge der Magenspiegelung auf eine Hiatushernie, einer Erweiterung des Durchtritts der Speiseröhre auf ihrem Weg aus dem Brustkorb in den Bauchraum. Dies kann mit einer Verlagerung von Anteilen des Magens in den Brustkorb einhergehen. Zusätzlich hatte die Darmspiegelung einen Polypen an der Öffnung des Dickdarms am Übergang in den Blinddarm festgestellt, berichtet Privatdozent Dr. med. Fabian Bartsch, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie im Brüderkrankenhaus. Eine Computertomographie komplettierte die Umfelddiagnostik, in der sich ebenfalls kein Verdacht auf einen bösartigen Tumor ergab, jedoch die Verlagerung des Magens in den Thorax mit einhergehender Einengung noch einmal bestätigt wurde.

Damit stand fest, dass an einer chirurgischen Behandlung kein Weg vorbeiführen würde. Denn auf andere Art ließe sich der Magen nicht wieder rückverlagern, und die Lage des Polypen unweit des Blinddarms hätte dessen endoskopische Entfernung zu einem riskanten Unterfangen gemacht. So eröffnete Privatdozent Dr. med. Fabian Bartsch der Patientin im Gespräch die Möglichkeit einer kombinierten robotisch-assistierten OP der vermuteten Hiatushernie mit Thoraxmagen und des Polypen.

Patientin umgelagert und neu positioniert

Der OP-Roboter ermöglicht eine dreidimensionale Sicht auf das OP-Feld
Der OP-Roboter ermöglicht eine dreidimensionale Sicht auf das OP-Feld

Begonnen wurde die Operation im Oberbauch mit der Exploration der Hiatushernie und der Rückverlagerung des Magens in den Bauchraum. Hierbei fiel neben der Hiatushernie ein zweiter Defekt im Zwerchfell unweit des Hiatus auf. „Direkte Zwerchfellbrüche sind extrem selten und treten normalerweise an speziellen Schwachstellen auf. Dieser Zwerchfellbruch befand sich jedoch in einer sehr ungewöhnlichen Lokalisation“, erläutert der Chefarzt, der während der OP von seinem Oberarzt Christopher Becker, stellvertretender Leiter des Robotik-Zentrums Trier, assistiert wurde. Die Hiatushernie wurde mittels mehrerer Nähte verkleinert und der Zwerchfellbruch nach Abtragen des sogenannten Bruchsackes per Naht verschlossen. „Aufgrund der ausgedünnten Muskulatur wurde zur Verstärkung des Zwerchfells ein resorbierbares Netz eingebracht“, berichtet Priv.-Doz. Dr. Bartsch.

Anschließend wurde die Patientin umgelagert und das da Vinci-Operationssystem neu positioniert. Somit konnte die OP im rechten Unterbauch fortgesetzt und der Blinddarm samt Polypen vollständig entfernt werden. Die Patientin wurde für eine Nacht auf der Wachstation überwacht und konnte bereits am fünften Tag nach der OP das Brüderkrankenhaus wieder verlassen.

Komplexe und aufwändige Versorgung 

Über insgesamt vier kleine operative Zugänge sei es problemlos gelungen, „die komplexe und aufwändige Versorgung der Hiatushernie sowie des Zwerchfellbruchs in Kombination mit der Resektion des Blinddarms und einem kleinen Teil des Dickdarms vorzunehmen“, freut sich Priv.-Doz. Dr. Bartsch über die Möglichkeiten, welche die robotische Chirurgie inzwischen eröffnet. „Chirurgie funktioniert nur im Team“, dankte der Chefarzt allen Beteiligten, „besonders den Kolleginnen und Kollegen der Anästhesiologie sowie der Anästhesie- und OP-Pflege für ihre hervorragende Unterstützung“.

Teamwork mit dem OP-Roboter da Vinci: Oberarzt Christopher Becker (links) und Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Fabian Bartsch.
Teamwork mit dem OP-Roboter da Vinci: Oberarzt Christopher Becker (links) und Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Fabian Bartsch.

ERSTER "TAG DER ROBOTIK" AM 12. JULI 

Unter dem Motto „Robotik zum Anfassen“ informieren allgemein- und viszeralchirurgische sowie urologische Expertinnen und Experten des interdisziplinären Robotik-Zentrums Trier im Brüderkrankenhaus am Samstag, 12. Juli, zwischen 10 und 16 Uhr über die klinische Arbeit mit dem da Vinci-Operationssystem. Die Besucherinnen und Besucher können am Operationsroboter ihre Fingerfertigkeit testen sowie Ärztinnen und Ärzte ihre Fragen rund um medizinische Verfahren stellen. In Kurzclips wird die Anwendung der Robotik bei Operationen gezeigt, außerdem werden in Kurzvorträgen verschiedene Facetten der robotischen Chirurgie erläutert. Informationsstände, Verköstigung im Krankenhaus-Restaurant sowie auf dem Parkgelände und eine Teddyklinik runden das Programm des ersten „Tags der Robotik“ ab.

Text und Fotos: Marcus Stölb 

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