Zur Unternehmensseite
Barrierefrei-Menü
Schrift
NormalGroßSehr groß
Kontrast
NormalStark
Bilder
AnzeigenAusblenden
Vorlesen
Vorlesen starten
Vorlesen pausieren
Stoppen
Schlauchmagen-OP: Abnehmen ohne Magie
27.03.202595

Schlauchmagen-OP: Abnehmen ohne Magie

Wie der Zauberer Enzo Paolo ganz ohne Magie verwandelt wird

Im Adipositaszentrum im Hohenloher Krankenhaus Öhringen behandelt Prof. Dr. Wenger und sein Team Patienten mit krankhaftem Übergewicht – unter anderem durch die bewährte Schlauchmagen-OP im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzepts. Magier Enzo Paolo ist einer von ihnen.

Enzo Paolo mit Prof. Dr. Wenger, Spezialist für Adipositaschirurgie am Adipositaszentrum im Hohenloher Krankenhaus Öhringen
Enzo Paolo mit Prof. Dr. Wenger, Spezialist für Adipositaschirurgie am Adipositaszentrum im Hohenloher Krankenhaus Öhringen

Warum sich Enzo Paolo für eine Adipositas Behandlung entschied

Wenn Enzo Paolo in seinem stahlblauen Anzug die Bühne betritt, dauert es keine zwei Minuten und seine Zuschauer sind verzaubert – im wahrsten Sinne des Wortes. In wenigen Sekunden löst er einen völlig verdrehten Zauberwürfel, ein 10-Euro-Schein verwandelt sich vor aller Augen durch mehrfaches Falten in einen 50-Euroschein, mehr als 20 Würfel stapeln sich durch lässiges Schütteln zu einem senkrechten Würfelturm, unglaubliche Kartentricks lassen das Publikum staunend zurück. Nur an einer Stelle versagt bislang sein magisches Können: seit fast 30 Jahren kämpft der deutsche Vize-Meister in Close-Up-Magic und mehrfache Weltrekordhalter im Guinness-Buch der Rekorde vergeblich gegen sein Übergewicht. Mehrere diverse Diäten hat er hinter sich, doch die Gewichtsabnahme war immer nur von kurzer Dauer und bald darauf stieg der Zeiger der Waage noch ein bisschen höher als zuvor – zuletzt waren es 145 kg bei einer Körpergröße von 1,82 m. Mit einer Adipositas Behandlung im Adipositaszentrum am Hohenloher Krankenhaus in Öhringen will er jetzt endlich die Wende schaffen und zu seinem Wunschgewicht zurückkehren.

„Bei einer Geburtstagsparty habe ich eine Frau getroffen, die mir von ihrer Magen-Operation und der erfolgreichen Gewichtsabnahme erzählt hat. Das will ich auch, habe ich mir gedacht.“
Enzo Paolo

Der Weg zur Schlauchmagen-OP

„Wenn ich zuletzt zwei Etagen hochgegangen bin, musste ich schnaufen wie ein Walross“, gibt der 58-Jährige unumwunden zu. Sein entwaffnendes Lachen lässt dabei die Anstrengung dahinter fast vergessen. „Als ob ein Normalgewichtiger immer drei Wasserkisten mit sich rumschleppen würde.“ Doch damit soll nun Schluss sein. „Bei einer Geburtstagsparty im vergangenen Jahr habe ich eine Frau getroffen, die mir von ihrer Schlauchmagen-Operation und der erfolgreichen Gewichtsabnahme erzählt hat. Das will ich auch, habe ich mir gedacht.“ Auf Empfehlung sei er dann zu Prof. Dr. Frank A. Wenger ins Adipositaszentrum am Hohenloher Krankenhaus in Öhringen gekommen. Schon beim ersten Beratungstermin mit dem Spezialisten für Adipositaschirurgie ist für Enzo – mit bürgerlichem Namen Jens aus Neudenau – klar: „Das ist mein Weg. Das Vertrauen zu Prof. Wenger war sofort da.“

Morbide Adipositas

Von einer morbiden Adipositas oder auch krankhaftem Übergewicht spricht man bei Patient*innen mit einem Bodymass-Index (BMI) von über 40. Liegt eine zusätzliche Diabetes-Erkrankung vor, genügt schon ein BMI von 35. Ein Großteil der Betroffenen hat dabei schon viele erfolglose Diäten hinter sich. Der Leidensdruck ist oft groß – körperlich wie psychisch. Daher ist auch die Schlauchmagen-OP ein guter Ausweg für Patient*innen mit morbider Adipositas.

Wenn Diäten scheitern: Adipositas & ihre gesundheitlichen Folgen

Und auch für Prof. Dr. Wenger ist nach dem ersten Gespräch klar: „Jens oder besser Enzo Paolo wird es schaffen.“ Vor gut zwei Jahren hat der Facharzt für Allgemein-, Viszeral-, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie das Adipositaszentrum am Hohenloher Krankenhaus in Öhringen gegründet und seither mehr als 160 Betroffenen zu ihrem Wunschgewicht verholfen. „Dabei geht es um Patienten, die an morbider Adipositas, also krankhaftem Übergewicht, leiden mit einem BMI (Bodymass-Index) von mehr als 40 bzw. mehr als 35, wenn zusätzlich eine Diabetes-Erkrankung vorliegt. Die meisten Betroffenen haben schon viele Diäten erfolglos hinter sich, sehen oft keinen Ausweg mehr, ziehen sich zurück, werden depressiv, bewegen sich noch weniger und nehmen weiter zu – ein Teufelskreis.“ Zu den psychischen Problemen kommen dann oft körperliche Folgeschäden hinzu. „Das erhöhte Gewicht bedeutet zugleich ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Gelenkschmerzen, Bluthochdruck, Schlafapnoe, Diabetes und damit auch ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt“, macht Prof. Dr. Wenger die gesundheitlichen Gefahren deutlich.

„Auch nach der Operation geht die intensive Betreuung in meiner Adipositas-Sprechstunde sowie durch Ernährungsberatung und Bewegungstherapie weiter.“
Prof. Dr. Wenger

Multimodale Therapie – nachhaltig & ganzheitlich

Sozialer Rückzug war für den professionellen Zauberkünstler und TV-erfahrenen Magier Enzo Paolo kein Problem; aber zunehmend nervten ihn Kommentare wie, er solle doch einfach ein paar Kilos wegzaubern. „Ich wollte diese dummen Sprüche einfach nicht mehr hören. Ich wünsche mir ganz einfach wieder normal auszusehen, mein Wohlfühlgewicht zu bekommen mit rund 50 Kilo weniger.“ Damit dies gelingt, bietet das Adipositaszentrum in Öhringen ein spezielles multimodales Therapiekonzept an, bei dem die Patienten auch nach der Operation über zwei Jahre lang intensiv begleitet werden. „Schon vor der Operation beginnen wir mit einem wöchentlichen Bewegungstraining und einer kontinuierlichen Ernährungsberatung, auch um zu testen, ob die Patientinnen und Patienten zu einer Umstellung ihrer Lebens- und Ernährungsgewohnheiten bereit sind“, stellt Prof. Dr. Wenger klar. Der Chirurgie-Chefarzt ergänzt: „Auch nach der Schlauchmagenoperation geht die intensive Betreuung in meiner Adipositas-Sprechstunde sowie durch Ernährungsberatung und Bewegungstherapie weiter. Außerdem empfehlen wir die Treffen bei der Öhringer Selbsthilfegruppe, denn der Erfahrungsaustausch unter Betroffenen kann dazu beitragen, die eigene Motivation zu stärken.“ Diese intensive multimodale Betreuung führe dazu, dass die Patientinnen und Patienten nachhaltig und dauerhaft an Gewicht verlieren.

Mögliche Kostenübernahme durch Krankenkassen 

Das haben auch die Krankenkassen anerkannt und finanzieren die Operation im Hohenloher Krankenhaus bei Patienten mit morbider Adipositas, bei denen andere Wege der Gewichtsreduktion bisher erfolglos blieben. Auch ein psychologisches Gutachten ist erforderlich, das bestätigt, dass keine Essstörung vorliegt. Vor der OP untersucht außerdem der Gastroenterologe und Chefarztkollege Dr. Detlef Marx die Patienten bei einer Magenspiegelung, um mögliche Risiken auszuschließen.

Schlauchmagen-OP: Minimalinvasiv und wirkungsvoll

Für Enzo Paolo trafen alle Voraussetzungen zu. Ihm hat Prof. Dr. Wenger eine sog. „Schlauchmagen-OP“ empfohlen, die minimalinvasiv, also in der sog. „Schlüssellochtechnik“ durchgeführt wird. „Das bedeutet ein geringeres OP-Risiko und die Patienten sind anschließend schneller wieder fit“, erläutert der Chirurg die Vorteile dieser OP-Technik. Dabei wird über fünf kleine Hautschnitte ca. 60 % des Magens entfernt, so dass aus dem ballförmigen Magen ein schlauchförmiger Magen gebildet wird. „Dies führt auch dazu, dass die Produktion des Hungerhormons Ghrelin reduziert und auf diese Weise der Appetit gezügelt wird. Außerdem ist über den schlauchförmigen Magen zunächst nur eine deutlich geringere Nahrungsaufnahme möglich.“

Vorteile der Schlauchmagen-OP

  • Produktion des Hungerhormons Ghrelin wird reduziert, dadurch wird automatisch der Appetit gezügelt
  • Es werden etwa 60 % des Magens entfernt
  • Durch die Schlauchform, anstelle der Ballform des Magens, ist eine deutlich geringere Nahrungsaufnahme möglich

An Tag zwei nach dem Eingriff sitzt Enzo Paolo schon wieder lachend in seinem Bett im Hohenloher Krankenhaus. „Es zippt hier und da noch ein wenig, aber es geht mir gut. Wenn’s sein muss, kann ich morgen schon wieder auftreten“, sagt er augenzwinkernd und strahlt über das ganze Gesicht. Damit er nicht aus der Übung kommt, packt er ein Kartenspiel aus und gibt für seine Mitpatienten und Prof. Dr. Wenger bei der Visite eine kleine Extra-Vorstellung. Zur Verblüffung seiner Zuschauer lässt er aus dem Kartenstapel immer exakt die Karte erscheinen, die sein Gegenüber zuvor heimlich angeschaut, zurückgesteckt und die Karten neu gemischt hat. „Meine Wissenschaft ist da am Ende“, gibt Prof. Dr. Wenger staunend zu. Aber Enzo Paolo feilt schon weiter an neuen Tricks für seinen nächsten Auftritt. Und auf eines freut er sich dabei besonders: „Ich werde mir dafür einen neuen Anzug schneidern lassen, denn mein alter wird dann viel zu weit sein.“

Enzo Paolo unterhält seine Mitpatient*innen und Prof. Dr. Wenger zwei Tage nach seiner OP mit einem Kartentrick
Enzo Paolo unterhält seine Mitpatient*innen und Prof. Dr. Wenger zwei Tage nach seiner OP mit einem Kartentrick

Text & Fotos: Ute Emig-Lange

0Noch keine Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar zu dieser Seite
Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten
 
 

Diese Website verwendet Cookies.
Diese Webseite nutzt neben notwendigen auch nicht notwendige Cookies externer Komponenten, wie z.B. Karten, Videos oder Analysewerkzeuge, welche alle dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Nutzungsverhalten zu sammeln. Personenbezogene Daten werden von uns nicht erhoben und bedürfen, wie z. B. bei der Nutzung von Kontaktformularen, Ihrer expliziten Zustimmung. Sie können dem Einsatz der nicht notwendigen Cookies mit dem Klick auf die Schaltfläche „alle Cookies akzeptieren“ zustimmen oder sich per Klick auf „alle Cookies ablehnen“ dagegen entscheiden. Weitere Informationen zu den von uns verwendeten Diensten und zum Widerruf finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen. Dort können Sie ebenfalls Ihre hier getroffenen Einstellungen unter dem Link „Cookie-Einstellungen“ jederzeit aufrufen und Cookies auch nachträglich abwählen. Ihre Einwilligung dazu ist freiwillig und für die Nutzung der Webseite nicht notwendig.