25.02.2026
Mit einem feierlichen Empfang im Albertus-Magnus-Saal des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Trier haben der Orden der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf und die BBT-Gruppe die wissenschaftliche Forschungsarbeit „Die Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf und ihre Einrichtungen in Deutschland – Zur Geschichte des Ordens und karitativen Unternehmens im Historischen Wandel (1850 – 1985)“ der Öffentlichkeit vorgestellt.
Entstanden
ist die Arbeit im Rahmen eines Drittmittelprojekts an der Theologischen
Fakultät Trier. Gefördert und initiiert wurde das Projekt von den Barmherzigen
Brüdern von Maria-Hilf und der BBT-Gruppe. Ziel war eine unabhängige
wissenschaftliche Darstellung, die Erfolge und Aufbrüche ebenso beleuchtet wie
Krisen, Spannungen und schwierige Phasen.
Zahlreiche
Gäste aus der Führungsebene und der Dienstgemeinschaft der BBT-Gruppe,
Vertreter der Ordensgemeinschaft, Vertreter aus Wissenschaft und Kirche sowie
die Familien der Autoren waren der Einladung zur Buchvorstellung gefolgt.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Dr. Frank Zils, Sprecher der
Geschäftsführung der BBT-Gruppe.
Mit
dem Werk liegt erstmals eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung der
Geschichte der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf und zugleich der Wurzeln der
heutigen BBT-Gruppe vor. „Es handelt sich nicht nur um die erste
wissenschaftliche Arbeit über die Kongregation, ihr Wirken und der daraus
entstandenen BBT-Gruppe, sondern auch um die umfangreichste Studie zu einer
karitativen Ordensgemeinschaft des 19. Jahrhunderts“, betonte Dr. Frank Zils.
Gerade mit Blick auf das Jubiläumsjahr 2025 sei es ein zentrales Anliegen
gewesen, die eigene Geschichte fundiert und quellengestützt aufarbeiten zu
lassen.
Die
beiden Autoren, Professor Dr. Bernhard Schneider von der Theologischen Fakultät
Trier und sein damaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter und heutiger
Ordensarchivar der BBT-Gruppe Dr. Jens Fachbach, arbeiteten über vier Jahre an
dem wissenschaftlichen Projekt. Die Grundlage bildeten umfangreiche Quellen aus
dem Peter-Friedhofen-Archiv, dem Ordensarchiv und weiteren Archiven, darunter
Generalratsprotokolle, Rundbriefe des Generaloberen, interne und externe
Zeitschriften, Personalverzeichnisse und persönliche Aufzeichnungen der Brüder
sowie Sachakten zu einzelnen Themen. „Die Forschung entstand unter völliger
Unabhängigkeit und Freiheit“, unterstrich Professor Dr. Schneider bei der
Vorstellung des Projekts. „Anfangs bestand die kleine Sorge, es würde nur ein
dünnes Werk zu Stande kommen“, erinnerte er sich. Diese Sorge hat sich jedoch
nicht bewahrheitet. Entstanden ist ein zweibändiges Werk mit eindrucksvollen
1197 Seiten, 78 Abbildungen, 74 Diagrammen und 11 Tabellen.
Der
erste Band zeichnet die Entwicklung der Kongregation von der Gründung durch
Peter Friedhofen im Jahr 1850 bis zur Seligsprechung im Jahr 1985 nach. Dabei
wird die Persönlichkeit des Gründers ebenso beleuchtet wie die institutionelle
Entwicklung der Gemeinschaft im caritas-, kirchen-, sozial- und
zeitgeschichtlichen Kontext. Neben Phasen des Wachstums und der Expansion
werden auch Zeiten der Krise, etwa während des Kulturkampfes, der Weltkriege
und des Nationalsozialismus, differenziert aufgearbeitet.
Der
zweite Band widmet sich vertiefenden Themen wie dem Anteil des Ordens an der
Modernisierung des Gesundheitswesens, der Professionalisierung der Pflege, der
Religiosität, der wirtschaftlichen Entwicklung der Einrichtungen sowie der
Binnen- und Außenkommunikation des Ordens. Außerdem arbeitet er die Geschichte
der Brüder in der NS-Zeit und im Zweiten Weltkrieg auf. Deutlich wird, wie sich
aus einer kleinen Gemeinschaft ein bedeutender Träger sozial-karitativer
Einrichtungen entwickelte, der das Gesundheits- und Sozialwesen über
Generationen hinweg mitgeprägt hat. Pflege wurde dabei stets als mehr
verstanden als eine fachliche Aufgabe, nämlich als Ausdruck gelebter
Spiritualität und praktizierter Nächstenliebe.
Ein
besonderer Moment des Abends war die Präsentation historischer Filmszenen aus
dem Jubiläumsfilm „Mein Werkchen“ aus dem Jahr 1951, die eindrucksvoll
Einblicke in die damalige Zeit und das Selbstverständnis der Gemeinschaft
gaben. Dieser Film wurde für das Jubiläum der 100-jährigen Ordensgemeinschaft
angefertigt, galt lange als verloren und wurde bei den Recherchearbeiten
wiederentdeckt, erklärte Dr. Fachbach.
Zum
Abschluss an die Präsentation der wissenschaftlichen Arbeit durch die Autoren
luden der Orden und die BBT-Gruppe zu einem Austausch über die vielfältigen
historischen Einblicke bei einem Umtrunk ein. Die Buchveröffentlichung setzt
zum Ende des Jubiläumsjahres ein bewusstes Zeichen für Transparenz, historische
Verantwortung und die reflektierte Weiterentwicklung des caritativen Auftrags
in Gegenwart und Zukunft.
Für
die im Jahre 1850 von Peter Friedhofen gegründete Gemeinschaft der Barmherzigen
Brüder von Maria-Hilf steht insbesondere die Hilfe für kranke, alte und
benachteiligte Menschen und Menschen mit Behinderung im Mittelpunkt. Die
Gemeinschaft zählt heute 43 Mitglieder, welche in Brasilien, Luxemburg,
Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Malaysia, Singapur und den USA leben und
wirken.