07.06.2025

Tag der Organspende

Was zählt, ist zu entscheiden.

Was zählt, ist zu entscheiden.

Ob Ja oder Nein: Wer sich mit der Organspende auseinandersetzt, schenkt Klarheit und entlastet andere. Die Diskussion über Organspende wird in Deutschland oft emotional geführt. Verständlich, denn sie berührt zutiefst existenzielle Fragen von Leben, Tod, Vertrauen und Verantwortung. Als christlicher Träger setzt sich die BBT-Gruppe für einen sensiblen, respektvollen und gut begleiteten Umgang mit diesem Thema ein.

Hoffnung schenken durch eine bewusste Entscheidung

Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier führten Transplantationsbeauftragte im vergangenen Jahr rund zwei Dutzend Gespräche mit Angehörigen potenzieller Spender*innen. In vier Fällen kam es zu einer erfolgreichen Organentnahme und mehrere schwerkranke Menschen erhielten dadurch die Chance auf ein neues Leben.

Doch jeder dieser Fälle beginnt mit einer schwierigen Situation: „Wenn ein Mensch nach einem schweren Schlaganfall oder einer Hirnblutung hirntot ist, sieht er für seine Angehörigen äußerlich oft noch ‚lebendig‘ aus. Das macht die Entscheidung so schwer. Umso wichtiger ist es, dass wir frühzeitig klären, was unser Wille ist, zum Beispiel mit einem Organspendeausweis“, erklärt Dr. Frank Zils, Sprecher der Geschäftsführung der BBT-Gruppe.

„Ein dokumentiertes Ja oder Nein hilft, denn es schafft Klarheit und entlastet die Angehörigen in einer Ausnahmesituation“, ergänzt Dr. Theresa Blaß, Neurochirurgin und Transplantationsbeauftragte im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier.

Liegt ein Organspendeausweis oder eine Eintragung im Organspenderegister vor, ist das für Angehörige oft eine große Entlastung. Auch ein dokumentiertes Nein ist hilfreich. Wichtig ist, dass wir als Gesellschaft die Menschen ermutigen, sich überhaupt mit dieser Frage zu beschäftigen.
Dr. Theresa Blaß, Neurochirurgin und Transplantationsbeauftragte

Begleitung im Sinne der Nächstenliebe

In unseren Krankenhäusern stehen speziell ausgebildete Ärzt*innen, Pflegefachkräfte, Seelsorger*innen sowie Mitarbeitende aus der sozialen Beratung bereit, um Angehörige in dieser schweren Zeit zu begleiten. Denn ein solches Gespräch braucht Raum für Fragen, Zweifel, Trauer und manchmal auch für eine längere Auseinandersetzung mit dem Thema.

„Unsere Haltung ist klar: Niemand soll durch Druck – auch nicht durch subtilen moralischen Druck – zur Organspende bewegt werden“, betont Bruder Peter Berg, stellvertretender Generaloberer der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf. „Aber wir möchten Menschen stärken, eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen. Wer sich für eine Organspende entscheidet, handelt dabei ganz im Sinne christlicher Nächstenliebe, indem er anderen Menschen Hoffnung und Leben schenkt.“

Ich wünsche mir, dass Menschen sich mit der Organspende auseinandersetzen: ehrlich, offen und ohne Angst. Und dass sie wissen, dass sie in unseren Häusern den Raum finden, um genau das zu tun.
Dr. Frank Zils, Sprecher der Geschäftsführung der BBT-Gruppe

Organspende: Eine Frage der persönlichen Haltung

„Wir ermutigen alle, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, egal, wie die Entscheidung ausfällt. Denn auch ein Nein ist eine wertvolle Klärung. Die persönliche Auseinandersetzung mit dieser Frage verdient Respekt und wir bieten dafür den geschützten Raum“, sagt. Dr. Theresa Blaß. „Treffen Sie Ihre Entscheidung für sich, für andere, für das Leben. Ob Sie sich für oder gegen eine Organspende entscheiden: Sprechen Sie darüber mit Ihrer Familie. Dokumentieren Sie Ihre Haltung. Und wenn Sie Unterstützung brauchen, sind wir für Sie da: medizinisch, seelsorglich, menschlich.“

Weitere Informationen zum Organspenderegister und den Organspendeausweis zum Herunterladen finden Sie auf organspende-info.de