23.10.2025
Das Brüderklinikum Julia Lanz reagiert auf die schwierigen Bedingungen für Krankenhäuser in der jetzigen Zeit und veröffentlicht die neue Medizinstrategie. Die stationäre Versorgung wird am Diako im Mannheimer Süden konzentriert.
Es ist bereits seit längerem bekannt, dass die stationäre Versorgung der
medizinischen Fachabteilungen am Brüderklinikum Julia Lanz am heutigen Diako
konzentriert werden sollen. Ursprünglich war der Plan, bis zum Jahr 2029 das
Krankenhaus im Mannheimer Süden zum Schwerpunktversorger auszubauen. Auf Grund
der wirtschaftlichen Situation ist die Zusammenführung der stationären
Versorgung deutlich früher notwendig als geplant und das obwohl die
Auswirkungen der Krankenhausreformen noch nicht final einzuschätzen sind.
„Die zeitnahe Umsetzung der Medizinstrategie
ist erforderlich, um unter aktuellen wirtschaftlichen und gesetzgeberischen
Rahmenbedingungen die medizinische Versorgung und die Versorgungsqualität für
die Region Mannheim am Brüderklinikum Julia Lanz zu sichern“, so Dr. Frank
Zils, Sprecher der Geschäftsführung der BBT-Gruppe.
Im Rahmen einer außerordentlichen Versammlung wurden die Mitarbeitenden
beider Häuser über die aktuellen Pläne informiert. Es werden hochspezialisierte
Zentren gebildet, um die Patientenversorgung und die medizinische Qualität auf gleichbleibend
hohem Niveau zu sichern.
Die Akutgeriatrie, Neurologie mit Stroke Unit, Palliativmedizin,
Alterstraumatologie und Geriatrische Rehabilitation werden unter dem Dach des
Zentrums für Altersmedizin zusammengefasst. Das Internistische Zentrum wird
gebildet mit den Fachabteilungen Kardiologie, Gastroenterologie und
Intensivmedizin. Ein Chirurgisches Zentrum umfasst künftig das
Muskuloskelettale Zentrum (Orthopädie und Unfallchirurgie), Allgemein- und
Viszeralchirurgie, Gynäkologie sowie Intensivmedizin. Ein eigenes Zentrum
bildet die Geburtsmedizin.
Damit basiert die Medizinstrategie auf vier medizinisch starken Pfeilern und ermöglicht es, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern und für die Patienten effektiv und effizienter zu gestalten.
„Wir sind uns sicher, durch die Zentralisierung den wirtschaftlichen
Herausforderungen zukunftweisend gewachsen zu sein“, erklärt die
stellvertretende kaufmännische Direktorin Julia Bergmann.
Bedauerlicherweise beinhaltet diese Entscheidung die beabsichtigte
Schließung von Fachabteilungen. Dazu gehören die Gefäßchirurgie, die
Hals-Nasen-Ohren-Belegabteilung und die Urologie zum Ende des Jahres sowie die
Pneumologie bis Mitte 2026. Für dieses Vorhaben laufen derzeit Gespräche mit
dem Gesundheitsministerium.
Basierend auf den
Ergebnissen des Sanierungskonzeptes sowie der Medizinstrategie sind ab Ende
Oktober 2025 Sozialplanverhandlungen gemeinsam mit den Mitarbeitervertretungen
geplant.
„Unser oberstes Ziel ist
es, auch in dieser schwierigen Situation faire Lösungen für alle Beschäftigten
zu finden“, betont die Regionalleiterin Dr. Ulrike Heesemann. „Wir stehen in
engem Austausch mit den betroffenen Teams und werden jede einzelne Person in
diesem Prozess individuell begleiten.“
„Darüber hinaus sind wir
sehr aktiv in Gesprächen mit dem Universitätsklinikum Mannheim, um unsere
gestalterischen Möglichkeiten auszuschöpfen und erleben dort auch großes
Interesse an einer gemeinsamen, zukunftsfähigen Neuaufstellung der
medizinischen Versorgung der Stadt Mannheim. Auch mit der Stadt Mannheim und
dem Oberbürgermeister Herrn Christian Specht gehen wir in einen engen
Austausch“, so Heesemann weiter.
Den aktuellen Planungen
zufolge werden alle medizinischen und nicht-medizinischen Abteilungen bis Ende
2027 vom Theresienkrankenhaus in das heutige Diako umziehen.