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Wichtige Anlaufstelle für Notfälle: Das Herzkatheterlabor in Montabaur

Die Entscheidung war eine mutige, der Bedarf in der Region Montabaur aber machte sie notwendig: Vor zwei Jahren eröffnete das Katholische Klinikum Koblenz · Montabaur am Brüderkrankenhaus in Montabaur ein aus Eigenmitteln finanziertes Herzkatheterlabor. Die Abteilung konnte sehr schnell in Zusammenarbeit mit der großen Kardiologie des Koblenzer Marienhofes in der Region Westerwald etabliert werden. „Fallzahlen und Feedback von Zuweisern und Rettungsdiensten zeigen heute: Die invasive Kardiologie in Montabaur ist längst in der Region angekommen und fest etabliert“, sagt Privatdozent Dr. Felix Post, Chefarzt der Kardiologie am KKM.

Wichtige Anlaufstelle für Notfälle: Das Herzkatheterlabor in Montabaur

„Wir haben die Kardiologie am Brüderkrankenhaus damals nicht eingeführt, um das dortige Leistungsspektrum auszubauen. Grund war vielmehr die damals unbefriedigende Notfallversorgung im Westerwald“, erläutert Dr. Post. „Die Sterblichkeit an Durchblutungsstörungen des Herzens war um mehr als 20 Prozent höher als im Landesdurchschnitt. Im Jahr vor der Eröffnung wurden durch Notärzte mehr als 200 Patienten mit Herzinfarkt aus der Region Westerwald an den Marienhof verlegt. Dort wurde der Herzinfarkt zwar kompetent behandelt, es kam durch diese Verlegung jedoch zu einer Verzögerung von mehr als 45 Minuten, was für diese Patienten eine deutliche Verschlechterung ihrer Prognose bedeutete. Die zahlreichen Verlegungen von Akutpatienten kamen zustande, weil damals in der Region zu wenige oder zu selten verfügbare Intensiv- oder Überwachungsmöglichkeit vorhanden waren oder eine Katheter-Versorgung vor Ort nicht möglich war.“

Mit der Eröffnung des neuen Herkatheterlabors in Montabaur im Januar 2017, welches schon nach sehr kurzer Einarbeitungszeit seit März 2017 rund um die Uhr für die Patientenversorgung zur Verfügung steht, verbesserte sich die Versorgungssituation vor Ort deutlich. „Im Jahr 2017 wurden nur noch 51 Patienten aus dem Westerwald an den Marienhof verlegt, im Folgejahr 2018 waren es nur noch 23 Patienten. Wenn man diese Zahlen sieht, ist es nicht überraschend, dass 80 Prozent der Patienten, die in Montabaur versorgt werden Notfallpatienten sind.“

Post nennt auch konkrete Zahlen für den Standort Montabaur: „Um ein Herzkatheterlabor auch wirtschaftlich betreiben zu können, sind rund 500 Untersuchungen notwendig. In Montabaur wurden in 2018 insgesamt 561 solcher Untersuchungen durchgeführt. Dies zeigt die hohe Notwendigkeit - vor allem mit Blick auf die Akutversorgung.“

Doch am KKM blickt man auch über die akuten Notfälle hinaus: „Im Herzkatheterlabor in Montabaur werden auch komplexere Eingriffe wie Vorhofverschlüsse und Biopsien durchgeführt. Auch die Zahl der Schrittmacher und ICD-Implantationen ist deutlich gestiegen. Im starken Verbund mit der Kardiologie des Marienhofes in Koblenz können wir nach zwei Jahren bilanzieren: Wir werden gebraucht“, sagt Chefarzt Felix Post. „Die Kardiologie am Brüderkrankenhaus ist in der Region angekommen. Es ist gelungen, die Kompetenzen an unserem Verbundkrankenhaus zum Wohle unserer Patienten zu bündeln und einzusetzen. Montabaur ist heute Teil des größten Herzzentrums im nördlichen Rheinland-Pfalz. Hier kommt der Spezialist zum Patienten und nicht der Patient zum Spezialisten.“

Dr. med. Mohannad Zahran ist Leitender Arzt der Kardiologie am Brüderkrankenhaus.
Dr. med. Mohannad Zahran ist Leitender Arzt der Kardiologie am Brüderkrankenhaus.

Fallzahlen Herzkatheterlabor Montabaur

2017: 564, davon 461 Notfälle (81,74 Prozent)

2018: 570, davon 447 Notfälle (78,42 Prozent) 

Die Kardiologie am Brüderkrankenhaus Montabaur

 
 
 
 
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