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10.02.2020 Hohenloher Krankenhaus

NIDA unterstützt schnelle Versorgung von Notfallpatienten

Bei Notfalleinsätzen zählt oft jede Minute. Mit dem neuen digitalen Datenübertragungssystem NIDA sorgt jetzt das Hohenloher Krankenhaus Öhringen gemeinsam mit den Rettungsdiensten dafür, dass alle wichtigen Informationen über einen Patienten schon in der Klinik bekannt sind, bevor der Rettungswagen dort eintrifft. Wertvolle Zeit für die Versorgung der Patienten wird gewonnen. Seit Mitte Dezember ist NIDA im Einsatz.

NIDA unterstützt schnelle Versorgung von Notfallpatienten

Die Ärzte und Pflegenden in der Notaufnahme können so Räume und Geräte entsprechend vorbereiten und die zielgerichtete Behandlung kann schneller beginnen. Nach den Erfahrungen der ersten Wochen ziehen Ärzte, Pflegende und das DRK eine positive Bilanz. Drei große Bildschirme – sog. „Arrivalboards“ – hängen in zentralen Räumen in der Notaufnahme im Hohenloher Krankenhaus (HK) in Öhringen an der Wand. Dort leuchtet eine neue Zeile auf, wenn der Rettungsdienst mit einem Patienten auf dem Weg in die Notaufnahme ist. Ein Klick auf die Zeile am Computer im Bereitschaftszimmer, und schon öffnet sich ein Fenster mit vielfältigen Informationen: Name und Alter des Patienten, Vitalzeichen wie Blutdruck, Blutzucker, Sauerstoffsättigung, Puls, die vermutliche Diagnose bzw. der Anlass, der zum Transport ins Krankenhaus führt – und vor allem die geplante Zeit für die Ankunft in der Notaufnahme, verbunden mit einer Nummer des Rettungswagens oder der Leitstelle.

NIDA erleichtert Planung in der Notaufnahme
Ärzte und Patien„Das System erleichtert unsere Planung hier im Haus und hilft uns sehr bei der raschen und effektiven Patientenversorgung“, sagt Dr. Werner Reinosch, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Chirurgie im HK. „Wir bekommen schnelle Informationen über den Zustand des Patienten und können uns darauf einrichten, welche Fachabteilung den Patienten versorgt. Wir wissen außerdem, wann der Patient voraussichtlich eintreffen wird. Wenn der Rettungswagen an der Notaufnahme einfährt, stehen die zuständigen Ärzte und Pflegenden schon bereit und übernehmen den Patienten.“

Behandlung von Patienten kann sofort beginnen
Vor allem Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen wie einem Schlaganfall profitieren nach Einschätzung von Dr. Michael Ackermann, Chefarzt der Inneren Medizin II, von der neuen Technik. „Wenn Patienten mit einem Verdacht auf einen Schlaganfall eingeliefert werden, können wir schon vorher im CT und auf der Intensivstation Bescheid geben und dort   alles für die Aufnahme vorbereiten. Sobald der Patient eintrifft, können wir umgehend mit der Diagnostik und Therapie beginnen und verlieren keine wertvolle Zeit. Denn gerade bei Schlaganfallpatienten zählt jede Minute“, betont der Leiter der zertifizierten Stroke Unit (Schlaganfall-Station) im HK.

Notfallsanitäter übermitteln Informationen direkt an die Notaufnahme
Möglich macht dies seit Mitte Dezember das neue Computersystem NIDA (Notfall-Informations- und Dokumentations-Assistent), das die digitale Anbindung der Rettungsdienste an das Hohenloher Krankenhaus sicherstellt. Dazu gehören stabile Computer-Tablets, mit denen die Notfallsanitäter alle wichtigen Informationen strukturiert erfassen können. „Über eine Abfragemaske geben unsere Mitarbeiter die Erstdiagnose mit allen wichtigen medizinischen Daten standardisiert in die Tablets ein und können diese Daten während der Fahrt im RTW immer wieder aktualisieren“, erläutert Jörg Hochwald, stellvertretender Rettungsdienstleiter des DRK-Kreisverbands Hohenlohe. „Nach den Ampelfarben legen wir für den Patienten eine Dringlichkeitsstufe fest, von Grün für weniger dringlich bis hin zu Rot für lebensbedrohliche Notfälle mit höchster Dringlichkeit. Per Knopfdruck werden diese Daten an das aufnehmende Krankenhaus geschickt. Die Zeit für Telefonate mit der Notaufnahme hat sich deutlich reduziert“, so Jörg Hochwald. Weiterer Vorteil für Notärzte und Rettungsdienstpersonal: NIDA erstellt automatisch ein Protokoll des Einsatzes, das sowohl im Krankenhaus wie beim Rettungsdienst abgespeichert wird. Hochwald: „Das spart Zeit und unser Team im Rettungswagen steht schneller wieder für den nächsten Einsatz zur Verfügung.“

Weniger Telefonate - mehr Zeit für Versorgung der Patienten
Auch für die Pflege in der Notaufnahme ist NIDA eine echte Erleichterung. „Bei uns hat früher ständig das Telefon geklingelt und wir haben täglich mindestens 20 bis 30 Mal mit der Leitstelle telefoniert, um mehr Informationen zu den Patienten zu bekommen, die auf dem Weg zu uns sind“, beschreibt die stellvertretende pflegerische Leitung der Notaufnahme und Ambulanz, Nicole Bieszcz, die Situation bis Dezember. „Jetzt gehen die Informationen aus dem RTW ohne Umweg direkt an uns und hier stehen sie allen zur Verfügung – ohne Patientennamen   auf den drei großen „Arrivalboards“ und mit den weiteren Daten am PC im Behandlungszimmer. Wir müssen nicht mehr so oft telefonieren und haben mehr Zeit, um uns um die Patienten zu kümmern.“ Auch die Angaben zur Person werden von den Sanitätern schon erfasst und an das Krankenhaus weitergegeben. „Das heißt, wir können schon vor dem Eintreffen des Patienten die administrative Aufnahme erledigen und müssen uns damit nicht mehr aufhalten, wenn der Patient im Haus ist“, so Bieszcz. 

Informationen zum Patienten für alle Ärzte und Pflege verfügbar
„Wichtig ist außerdem, dass keine Informationen verloren gehen und jeder Arzt sofort darauf zugreifen kann“, unterstreicht Dr. Ackermann. Und selbst wenn ein Patient nicht als dringender Notfall eingestuft ist, erleichtert dies die Planung in der Notaufnahme. „Dann können wir die Behandlung von bereits wartenden Patienten noch abschließen oder dringliche Patienten hier vorziehen“, so der Chefarzt. Für alle Drei aus dem Team der HK-Notaufnahme steht fest: „Mit NIDA können wir Räume und Personalressourcen viel besser planen, das erleichtert unsere tägliche Arbeit und dies kommt direkt der Versorgung unserer Patienten zugute."

 
 
 
 

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