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09.07.2019 Hohenloher Krankenhaus

Hernien (Bauchwandbrüche) können jeden treffen

Dr. Werner Reinosch informiert im Hohenloher Krankenhaus über die Behandlung und Operationsmöglichkeiten von Bauchwand- und Leistenbrüchen

Hernien (Bauchwandbrüche) können jeden treffen

Etwa vier Prozent der Bevölkerung erkranken in ihrem Leben einmal an einer Hernie. Entsprechend gehören Hernien zu den häufigsten Krankheiten in der Chirurgie. Gehäuft treten sie im Kindesalter und zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auf. Männer beziehungsweise Jungen sind achtmal häufiger betroffen als Frauen und Mädchen.

Unter Hernien versteht man Gewebebrüche im Körper, am häufigsten sind Bauchwand- oder Leistenbrüche. Bedingt durch ein schwaches Bindegewebe oder auch durch eine falsche Bewegung können diese Brüche oftmals auch ganz plötzlich auftreten. Meistens zeigen sie sich in einer Vorwölbung unter der Haut. Bei seinem Vortrag im Hohenloher Krankenhaus über Hernien informierte Chefarzt Dr. Werner Reinosch sehr ausführlich über die Möglichkeiten der verschiedenen Operationen auf.

„Brüche können schmerzhaft sein, insbesondere beim Heben von Lasten oder beim Husten“, erläuterte der erfahrene Allgemein- und Viszeralchirurg. „Am häufigsten tritt ein Bruch an den Schwachstellen der Bauchdecke auf, dies ist im Leistenbereich, am Bauchnabel und im Bereich von alten Operations­narben. Hier kann durch den erhöhten Druck im Bauchraum eine Aussackung entstehen. Wenn Darm oder Fettgewebe in diese Aussackung hineinrutscht, wird die Vorwölbung an der Bauchdecke sichtbar.“ Um die Gefahr der Einklemmung des Darms zu verhindern, sei eine Operation dann oft nicht vermeidbar.  

Zur Operation von Hernien stehen nach Darstellung von Dr. Reinosch verschiedene Verfahren zur Verfügung. Die Wahl der Methode hänge dabei von der Art des Bruchs und von Alter und Allgemeinzustand des Patienten ab. Grundsätzlich lassen sich offene Operationen und laparoskopische Methoden (minimal-invasive Methoden, sogenannte Schlüssellochchirurgie) unterscheiden.

Bei den offenen Eingriffen wird die Bruchstelle durch einen kleinen Schnitt in der Bauchwand vernäht. Um ein erneutes Einreißen zu verhindern, verstärkt der Chirurg dabei die Nahtstelle durch das Einnähen von Muskulatur oder Bindegewebe. Diese Methode wird bei kleineren Leistenbrüchen, Kindern und jüngeren Patienten bevorzugt angewandt.

Um ein Wiederauftreten des Bruches zu verhindern, kann bei der Operation auch ein kleines Kunststoffnetz über die Bruchstelle gelegt werden. Es verwächst nach dem Eingriff mit seiner Umgebung und stabilisiert die Bauchwand zusätzlich. Diese Methode wird bei größeren Brüchen angewandt, ebenso wenn das Bindegewebe älterer Patienten um die Bruchstelle herum nicht sehr belastbar ist.

Bei laparoskopischen Hernienoperationen gelangt man durch drei kleine Schnitte mit einem optischen Gerät (Laparoskop) in die Bauchhöhle. Mithilfe mehrerer Sonden wird bei dem Eingriff ein Kunststoffnetz entweder innerhalb des Bauchfells oder an seiner Außenseite über die Bruchpforte gelegt und dort fixiert. Laparoskopische Operationen werden immer in Vollnarkose durchgeführt, bei den offenen Methoden sind auch Lokal- oder Regionalanästhesien möglich.

Die Hernienoperationen mit ihren Varianten Leistenbruch-OP, Nabelbruch-OP und Narbenbruch-OP gehören zu den häufigsten Eingriffen in der Bauchchirurgie. So werden in deutschen Krankenhäusern jährlich rund 350.000 Hernien-Operationen durchgeführt. Viele der notwendigen Operationen können laparoskopisch durch­geführt werden, oft ist auch eine ambulante operative Behandlung möglich.                                                       

Weitere Informationen: Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

 

 
 
 
 

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