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Es gibt das sichere Gelenkimplantat

Großes Interesse beim Patiententag „Hilfe bei Gelenkschmerz“ im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim: Rund 400 Besucherinnen und Besucher kamen am vergangenen Samstag in das Foyer des Krankenhauses, um sich über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei Gelenkschmerzen an Knie, Hüfte und dem Fuß zu informieren. In mehreren Vorträgen sowie an den Infoständen beantworteten die erfahrenen Fachärzte der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie die zahlreichen Fragen der Gäste.

Gleich im ersten Vortrag thematisierte Chefarzt Prof. Dr. Christoph Eingartner die Frage nach der Sicherheit von künstlichen Gelenken. Ausgelöst durch Medienberichte herrsche derzeit bei vielen Betroffenen Verunsicherung. „Die Frage ‚Gibt es das sichere Gelenkimplantat?‘ Kann man mit einem klaren Ja beantworten“, betonte der Chefarzt. „Kein Patient muss heute eine nicht bewährte Knie- oder Hüft-Endoprothese erhalten.“ In den vergangenen Jahren habe es zwar auch immer wieder Innovationen und Moden gegeben, die sich nicht durchgesetzt hätten. „Aber im Caritas-Krankenhaus verfolgen wir eine klare Strategie, um im Spannungsfeld zwischen Innovation und Bewährtem unseren Patienten eine sichere Lösung anbieten zu können.“

Sicherheit durch bewährtes Implantat, erfahrene Operateure und verlässliche Abläufe
So springe man nicht sofort auf jeden Zug auf, sondern verfolge die Daten aus Studien und Registern sehr intensiv und nehme Innovationen dann behutsam ins Portfolio der Klinik auf. „Wir konzentrieren uns auf wenige Implantat-Systeme, die wir gut kennen.“ Denn Sicherheit entstehe nicht nur durch das richtige Implantat. „Wichtig ist auch die Erfahrung der Operateure und die Garantie, dass die Abläufe rund um die Operation immer verlässlich gleich und strukturiert ablaufen.“

Im Caritas niedriges Risko für Wechsel-OP
Dies werde im Caritas-Krankenhaus zum einen durch die Zertifizierung als geprüftes Endoprothetikzentrum gewährleistet. Zum anderen  beteilige sich das Caritas schon von Beginn an am „Endoprothesenregister Deutschland“  (EPRD), in das die Krankenhäuser auf freiwilliger Basis ihre Daten zu künstlichen Gelenken einfließen lassen können. Die ersten Auswertungen des Registers zeigen nach Darstellung von Prof. Dr. Eingartner, dass alle marktführenden Implantate in den ersten 3 bis 5 Jahren nach der Operation vergleichbar gute Ergebnisse aufweisen. Gerade die Erfahrung der Operateure mit vielen Eingriffen schlage sich positiv in den Ergebnissen nieder. „Insgesamt belegen die Daten: Wer im Caritas-Krankenhaus eine künstliche Hüfte oder ein künstliches Knie erhält, hat nur ein halb so hohes Risiko einer Wechseloperation wie im Durchschnitt aller Kliniken in Deutschland. Darauf sind wir schon ein wenig stolz“, so der Chefarzt. Seine Empfehlung als Fazit für alle Betroffenen: „Suchen Sie sich einen Arzt und ein Krankenhaus, dem Sie vertrauen, wo man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und jeden Patienten individuell berät.“

Konservative Maßnahmen bei Arthrose
Die Ursache für Gelenkschmerzen ist sehr häufig Arthrose, der Verschleiß des Gelenkknorpels als Folge von hoher Belastung oder als allgemeine Alterserscheinung. „Die Folge sind zunehmende Schmerzen, anfangs nur bei Belastung und Bewegung, später auch in Ruhe und nachts“, erläuterte Dr. Sabine Bau, Oberärztin in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Caritas.  Sie stellte in ihrem Vortrag die verschiedenen nicht-operativen Therapieverfahren orientiert an den einzelnen Stadien der Arthrose vor. So gebe es zunächst Maßnahmen ohne Medikamente wie Gewichtskontrolle bzw. Gewichtsreduktion. „Außerdem ist es wichtig das Gelenk in Bewegung zu halten, also werden Sie selbst aktiv und machen Sie Sport oder Bewegungstraining – am besten beraten durch den Arzt oder den Physiotherapeuten.“ Darüber hinaus gebe es verschiedene Hilfsmittel wie Orthesen, Bandagen, Gehhilfen, Einlagen oder auch Sitzkissen, um die Gelenke zu entlasten und die Beweglichkeit zu unterstützen. Bei der medikamentösen Therapie unterschied die Fachärztin für Orthopädie zwischen lokal wirkenden Salben oder Spritzen ins Gelenk und Schmerzmitteln, die zum Teil auch gegen die Entzündung eingesetzt werden. „Alle diese Maßnahmen können die Beschwerden über eine gewisse Zeit mindern, sie können die Degeneration des Knorpels aber nicht beseitigen“, stellte sie klar.

Einschränkung der Lebensqualität entscheidend
„Die einzige ursächliche Behandlung der Arthrose ist tatsächlich der künstliche Gelenkersatz“, macht Oberarzt Dr. Dirk Herold, einer der vier Hauptoperateure im Endoprothetikzentrum am Caritas-Krankenhaus, deutlich. Über den richtigen Zeitpunkt für die Implantation eines künstlichen Gelenks entscheide dabei allein der Patient. „Entscheidend ist die Lebensqualität des Betroffenen: ist diese zu stark eingeschränkt, ist der richtige Zeitpunkt.“ Er stellte in seinem Vortrag die verschiedenen OP-Verfahren und den Zeitplan für den Eingriff vor. „Die OP dauert ca. 1 Stunde, der Aufenthalt im Krankenhaus ca. 1 Woche,  zusammen mit dem Aufenthalt in der Reha-Klinik rechnet man 1 Monat und nach 1 Vierteljahr kann man wieder arbeiten oder seine früheren Aktivitäten wieder ausführen. Nach 1 Jahr ist das endgültige Ergebnis erreicht.“

Sport mit künstlichem Gelenk ist in Maßen sinnvoll
Auf die Phase nach der Operation ging Oberarzt Dr. Axel Kuttner in seinem Vortrag genauer ein. Grundsätzlich müsse sich jeder Patient realistische Ziele setzen. „Aus einem Nichtsportler wird durch ein künstliches Gelenk nicht plötzlich ein Marathonläufer“, machte er deutlich. „Alle Alltagsbelastungen sind mit einem künstlichen Gelenk aber wieder problemlos möglich“.  Auch Sport und Bewegung seien sehr zu empfehlen. „Geeignet sind vor allem Radfahren, Wandern, Nordic Walking Tanzen, Kraft- und Fitnesstraining; abzuraten ist von Kontaktsportarten wie Fußball, Handball, Ringen oder Sportarten mit abrupten Richtungswechseln wie Squash oder Tennis.“ Auch Sauna oder Baden im Meerwasser seien problemlos möglich ebenso wie MRT-Untersuchungen. Um Infektionen auch Jahre nach der Operation zu vermeiden empfahl er Infekte im Mund und an den Zähnen,  Blasenentzündungen, Atemwegserkrankungen etc. frühzeitig behandeln zu Iassen.

Keine Angst vor Versteifungen am Fuß
Mit der Therapie von Gelenkschmerzen am Fuß befasste sich anschließend Oberarzt Dr. Martin Hoffmann. Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Hand- und Fußchirurgie betonte die Bedeutung einer sorgfältigen Untersuchung: „Am Fuß gibt es ein komplexes Zusammenspiel von 27 Knochen, dazu Bändern, Muskel und Gelenken. Schmerzen können hier vielfältige Ursachen haben.“ In aller Regel stehe vor einer Operation eine konservative Behandlung etwa mit Einlagen, orthopädischen Schuhen, Physiotherapie, Reizbestrahlung oder weiteren Maßnahmen. „Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, behandeln wir operativ.“ Oft könne eine Teilversteifung die Schmerzen nehmen und so wieder eine bessere Funktion ermöglichen. Die Erfahrungen mit künstlichen Gelenken am Fuß seien dagegen noch gering und bisher wenig erfolgversprechend.
Ganz konkrete Anleitungen zu Bewegungsübungen gaben die beiden Physiotherapeutinnen Annette Lehr und Daniela Siegl den Besuchern mit auf den Weg. Informationen zu verschiedenen Hilfsmitteln stellten die Sanitätshäuser an ihren Infoständen vor. 

 
 
 
 
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