BBT-Gruppe
 
 
 
 
 
05.04.2019 Brüderkrankenhaus Trier

Austausch zur logopädischen Sprachtherapie

Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier fand kürzlich das Fachsymposium „Logopädie in der Neurologie“ statt. Es war das erste Symposium des Fachbereiches Logopädie in Trier. Rund 160 Logopäden und Sprachtherapeuten kamen in den Albertus-Magnus-Saal des Brüderkrankenhauses, um Neues über Technologien in der Sprachtherapie, Auswirkungen von Demenz auf die Sprache, das Fachgebiet der Neurologie, die palliative logopädische Arbeit sowie das Aphasie-Regionalzentrum in Trier zu erfahren.

Austausch zur logopädischen Sprachtherapie

„Ich freue mich über die rege Teilnahme am heutigen Symposium, und vor allem darüber, dass auch Teilnehmer aus Koblenz, Saarbrücken und Luxemburg der Einladung gefolgt sind“, so Eva Croyé, Leiterin der Abteilung Logopädie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier, in ihrer Begrüßung. Die seit 15 Jahren im Brüderkrankenhaus Trier tätige Logopädin führte durch das Fachsymposium, für das Markus Leineweber, Hausoberer des Brüderkrankenhauses Trier, Ideengeber war. Der Hausobere dankte den Referenten, die das Spektrum der logopädischen Arbeit im stationären, ambulanten und akademischen Bereich darlegten. „Die Logopädie ist ein Fachgebiet, das von Bewegung und Entwicklung geprägt ist. So ist zum Beispiel in Richtung Akademisierung in den letzten Jahren viel passiert“, so Markus Leineweber, der damit auf den Bachelor-Studiengang Logopädie hinwies, der auch Dank der bestehenden Kooperation der Hochschule Trier mit dem ebenfalls zur BBT-Gruppe gehörenden Katholischen Klinikum Koblenz-Montabaur ins Leben gerufen werden konnte. Darüber hinaus unterstützt das Brüderkrankenhaus Trier maßgeblich den Studiengang Medizintechnik und Medizininformatik, sowie gemeinsam mit dem Katholischen Klinikum Koblenz-Montabaur den Studiengang Physiotherapie der Hochschule Trier.

An dem Punkt „Akademisierung“ knüpfte Professorin Dr. Juliane Leinweber als Leiterin des dualen Studiengangs Logopäde der Hochschule Trier an. Sie berichtete über den Einsatz neuer Technologien in der Sprachtherapie, und zwar vom virtuellen Sprachtherapeuten über eine „Roboter-Robbe“, die die Kommunikation zwischen Bewohnern mit Demenz und dem Pflegepersonal erleichtern soll, bis hin zu bereits auf dem Markt befindlichen Apps. Bei jeder Technologie sei es wichtig, deren Mehrwert für Anwender und Patienten, den Selbstständigkeitserhalt sowie die Unterstützung an der gesellschaftlichen Teilhabe zu hinterfragen.

Dass der Erhalt einer selbstständigen Lebensweise ein wichtiger Faktor der logopädischen Arbeit ist, unterstrich ebenso der Vortrag „Welchen Auftrag hat die Logopädie im Kontext Demenz?“. So gehören „das Aufrechterhalten kommunikativer Fähigkeiten, die Diagnostik und Therapie bei Störungen der Nahrungsaufnahme sowie die Beratung von Patienten und deren Angehörigen“, nach Mechtild Behrens-Schmitz, Logopädin im Brüderkrankenhaus Trier, zu den Schwerpunkten der Arbeit mit Menschen mit Demenz. Rund 1,7 Millionen Menschen leben in Deutschland derzeit mit einer Demenz, wobei die häufigste Form die Alzheimer-Demenz ist.

Auch in der Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie dem Schlaganfall auf der Stroke-Unit ist die Logopädie ein wichtiger Behandlungsbestandteil. „Die Mortalität ist um 20 Prozent geringer, wenn der Schlaganfallpatient auf einer Stroke-Unit behandelt wird“, weiß Professor Dr. med. Matthias Maschke, Chefarzt der Abteilung für Neurologie, Neurophysiologie und neurologische Frührehabilitation des Brüderkrankenhauses Trier. Bei allein 15 Prozent der Patienten würde jedoch selbst nach schneller Behandlung eine Aphasie – eine erworbene Sprachstörung – auftreten. Hier setzt die logopädische Therapie an.
In seinem Vortrag „Neues aus der Neurologie“ berichtete Professor Dr. med. Matthias Maschke zudem über eine noch in Forschung befindliche Gentherapie bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS) sowie über die Tiefe Hirnstimulation oder die Parkinson-Komplexbehandlung bei Morbus Parkinson. Die Zahl der derzeit 220.000 Parkinson-Patienten soll sich bis 2030 noch verdoppeln.

Patienten mit Morbus Parkinson, Multipler Sklerose oder Demenz werden ebenso in der Palliativmedizin von Logopäden begleitet. Die logopädische Arbeit hat sich jedoch erst vor ein paar Jahren in der Palliativmedizin etabliert. Logopäden unterstützen das therapeutische Team laut Margit Baumgärtner, Logopädin im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Nord, wenn im Behandlungsverlauf Schluck- oder Sprachstörungen auftreten. Wie die Therapie aussehen kann, berichtete die erfahrene Logopädin am Beispiel von ALS.

Beratungs- und Betreuungsangebote für Menschen mit einer erworbenen Sprachstörung (Aphasie), und für deren Angehörige gibt es außerhalb des stationären und ambulanten Umfelds im Aphasie-Regionalzentrum Trier. Eine Aphasie kann nach Schädigung der linken Gehirnhälfte, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, einer Hirnblutung oder einem Hirntumor, auftreten. Marlene Scheid, Leiterin des Zentrums in der Bruchhausenstraße in Trier, war mit einem Informationsstand vertreten und gab zum Abschluss der Veranstaltung einen Überblick über die Tätigkeitsfelder des Aphasie-Regionalzentrums, welches seit 2015 besteht. Das Zentrum unterstützt unter anderem bei der Verbesserung der Begleitung und Versorgung in der Akut- und rehabilitativen Phase sowie der Suche nach ambulanten Therapieoptionen und Selbsthilfegruppen.

 
 
 
 
Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen