BBT-Gruppe
 
 
 
 
 

„Niemals geht man so ganz“

ZEMMER. Albert Mandler, Fachleitung Psychiatrische Dienste und Mitglied des Direktoriums bei den Barmherzigen Brüdern Schönfelderhof, sowie Leiter Fachbereich Psychiatrische Dienste der BBT-Gruppe, geht nach fast 40-jähriger Tätigkeit in der BBT-Gruppe in den wohlverdienten Ruhestand. Gleichzeitig wird Wolfgang Michaely als neue Fachleitung Psychiatrische Dienste und Mitglied des Direktoriums eingeführt.

„Niemals geht man so ganz“

Viele Wegbegleiter haben sich heute in der Peter Friedhofen-Halle eingefunden, um sich von Albert Mandler zu verabschieden und um Wolfgang Michaely in seiner neuen Funktion zu begrüßen. 

Musikalisch eröffnen Bernd Willems an der Gitarre & Apollonia Ikonomou, Gesang, den festlichen Akt mit zwei stimmungsvollen Liedern „Fly me tot he moon und What a wonderful World“, 

bevor der Hausobere Werner Schmitz alle Anwesenden auf das herzlichste begrüßt.


„Meilensteine für die rheinland-pfälzische Gemeindepsychiatrie“                                                                          Der Beitrag den die Barmherzige Brüder Schönfelderhof und insbesondere Albert Mandler dazu in den letzten 40 Jahren geleistet haben wird von Bernhard Scholten Abteilungsleiter Soziales und Demographie, MSAGD des Landes Rheinland-Pfalz a.D. in seinem Vortrag anschaulich skizziert. „Ende der 80-iger Jahre haben wir in diakonischen und caritativen Einrichtungen „künstliche Lebenswelten“ in Rheinland-Pfalz erschaffen und erst 1998 wurde mit der Umsetzung des ersten Gemeindepsychiatrischen Betreuungszentrum in Hermeskeil ein Betreuungsmix (kleine Zahl von stationären Wohnplätzen, kleine Zahl von ambulanten Wohnplätzen und tagesstrukturierende Angebote im Sinne der neu entwickelten Tagesstätten mit Kontaktstellenfunktion) unter einem Dach entwickelt“. Zu Albert Mandler zugewandt sagte er: „Ab heute dürfen Sie zukünftig selbstbestimmt Leben. Selbstbestimmt Leben ist nicht immer einfach: Sie müssen sich den Tag selbst strukturieren, selbst Termine machen oder absagen. Mit einem Augenzwinkern ergänzte er, als Rentner selbstbestimmt zu Leben ist nicht ganz so einfach“.

 „Was war. Was ist. Was kommt“                                                                                                                                Es folgte eine informative und kurzweilige Gesprächsrunde mit Bernhard Scholten, Matthias Warmuth, Geschäftsführer Barmherzige Brüder Trier gGmbH, Monika Schuster, Amtsleiterin Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm, und Albert Mandler; routiniert moderiert durch Martin Fuchs, Leiter ZB Unternehmenskommunikation der BBT-Gruppe. Martin Fuchs: „Meilensteine der Psychiatrie waren die Psychiatrie-Enquete, das Landes-Psychiatriegesetz und das BTHG. Was war für Sie der wichtigste?“ Bernhard Scholten: „Die Ziele und Inhalte sind das eine. Das andere ist, dass man Menschen braucht, die das dann umsetzen“. Albert Mandler: „Früher sprachen wir von künstlichen Lebenswelten, heute sprechen wir von Quartieren und Sozialraum. Das entscheidende ist aber, wie bereit ist die Gesellschaft/Gemeinde dafür?“

Musikalisches Intro: Different shades of blue und Ain`t no sunshine

„Mister Schönfelderhof und Bruder Albert“                                                                                                                 Bruder Peter, Regionalleiter, Region Trier sagte in seiner Dankesrede: „Als Albert Mandler - zunächst als Praktikant im Rahmen seines Studiums - am 01.10 1979 seinen Dienst im Sozialdienst am Brüderkrankenhaus in Trier begann, standen die Zeichen für die Zukunft des Schönfelderhofes eher auf „Abstieg“, als auf einem positiven Blick in die Zukunft“.
Ganz nach dem Motto „tot gesagte leben länger“, haben es sich die Verantwortlichen Anfang und Mitte der 80er Jahre, gemeinsam mit dem Land und den Kostenträgern auf die Fahne geschrieben, den Schönfelderhof nicht nur zu erhalten, sondern als eine moderne und zeitgemäße Einrichtung mit einem neuen, am Bedarf orientierten Angebot weiterzuentwickeln
„Mit diesen, fast alles verändernden Entscheidungen begann dann die – wie ich finde – Erfolgsgeschichte des Schönfelderhofes von der landwirtschaftlichen Versorgungseinrichtung hin zu einer modernen Einrichtung für die Betreuung und Begleitung von Menschen mit chronisch psychischen Erkrankungen.                                                    Wenn wir heute Albert Mandler verabschieden, dann geht mit ihm, sozusagen einer der Entwickler und Gestalter all dieser Veränderungen und Neuausrichtungen und der Blick auf den Schönfelderhof 2019 macht deutlich, dass sich all die Mühe und der Aufwand, die Anstrengungen und mitunter auch Rückschläge gelohnt haben“, betont Br. Peter. „Für viele externe Betrachter, war Albert Mandler so etwas wie der „Mister Schönfelderhof“. Er soll auch schon mal als „Bruder Albert“ benannt worden sein“, ergänzt Br. Peter.

„Gemeindepsychiatrische Maßstäbe in den Vordergrund stellen“                                                                          „Eine Thematik, die mich während meines beruflichen Werdegangs bei den Barmherzigen Brüdern und auf dem Schönfelderhof immer wieder beschäftigt und auch angespornt hat waren die lebens- und gesellschaftlichen Bedingungen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in der Region“, so Albert Mandler. Es galt in den 80er und 90er Jahren Verbesserungen herbeizuführen. Eine neue Grundlage war, dass zum 1. Januar 1996 in Kraft getretene Landesgesetz für psychisch Kranke. Es besagt u. a. in § 4 Abs. 1, dass zukünftig die Kommunen in Rheinland-Pfalz für den Aufbau und das Vorhalten von Versorgungsstrukturen für psychisch beeinträchtigte Menschen verantwortlich sind.                                                                                                                                          „Es galt vermehrt, gemeindepsychiatrische Maßstäbe in den Vordergrund zu stellen. Dies bedeutete: Grundsätzlich sollten stationäre Angebote zugunsten von ambulanten und teilstationären Angeboten abgebaut werden. Es galt aus Sicht der Betroffenen das Prinzip umzusetzen „Wohnen, wo ich will“ und „Nur so viel Unterstützung wie ich möchte“.  Es war bestimmt manchmal nicht immer einfach, bestehende etablierte Strukturen in Frage zu stellen und zu verändern. Auch wirtschaftliche Folgen z. B. beim Thema Ambulantisierung waren nicht immer in Gänze absehbar. Trotzdem stand unser Träger, die Barmherzigen Brüder, immer hinter innovativen Ansätzen und hat auch die Voraussetzung zur Realisierung geschaffen“ erläutert Albert Mandler.
Bedanken möchte ich mich ausdrücklich bei meinem Stellvertreter Wolfgang Michaely – wie sagt man so schön – er hat mir in vielen Fällen und Prozessen den „Rücken freigehalten“, sich um operative Aufgaben vorort gekümmert, so dass es mir möglich war, sowohl meine Aufgaben in der Zentrale der BBT-Gruppe als Fachleitung im Geschäftsfeld Psychiatrische Dienste als auch die Mitgliedschaften in diversen Gremien auf der Bundes- und Landesebene realisieren zu können.
„Wolfgang, hierfür vielen, vielen lieben Dank und das möchte ich noch hinzufügen: Der Hof ist unter deiner fachlichen Leitung auch für die Zukunft sehr gut aufgestellt“.                                                                                          

„Ein Eigengewächs“                                                                                                                                            Christian Weiskopf, Regionalleiter, Region Trier sagt: „Wolfgang Michaely ist ein Eigengewächs des Schönfelderhofes“. Er hat aktiv die Entwicklung in den letzten Jahren mitgestaltet und jetzt bekommt er die Chance, die neugeschaffene direktorale Struktur zu prägen“.

Zuletzt bedankte sich Wolfgang Michaely bei Albert Mandler für die gemeinsame Zeit mit den Worten: „Du warst mein Mentor und auch mein Schmirgelpapier“, um dann auf die jetzige Situation zu blicken. „Sie erfüllt mich mit Stolz und der Schönfelderhof ist ein Ort der Herausforderung. Es sind sehr intensive Begegnungen mit besonderen Menschen“, fügte er bewegt hinzu.

Musikalische Verabschiedung: Streets of London und Your heart is as black as night. Untermalt mit Bilder-Impressionen.

Abgerundet wird der Festakt mit einem Imbiss in der Bernhards-Klause.

„Niemals geht man so ganz“, dass gilt auch für Albert Mandler. „Er wird uns -der BBT-Gruppe“- noch ein paar Jahre beratend zur Verfügung stehen, betont Matthias Warmuth, Geschäftsführer, der Barmherzige Brüder Trier gGmbH.

Info-Kasten                                                                                                                                                                    Am 1.Oktober 1983 nahm Albert Mandler seine Tätigkeit bei den Barmherzigen Brüdern Schönfelderhof auf. Von Anfang an steuerte er die Entwicklung des Schönfelderhofes in verschiedenen Funktionen mit. Als Fachleitung Psychiatrische Dienste hat er großen Anteil an zukunftsweisenden Veränderungen der letzten Jahrzehnte. Stellvertretend seien hier das Wohndorf Zemmer, die Entwicklung der dezentralen Gemeindepsychiatrischen Angebote, das BeBiz Schweich und das RBZ Bitburg genannt.

 
 
 
 
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