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International renommierte Trauerforscherin referierte in Münstermaifeld

Dr. Ruthmarijke Smeding, eine der bekanntesten Forscherinnen im Bereich der Palliativ- und Trauerbegleitung sprach in Münstermaifeld über „Wege in der Trauer“.

International renommierte Trauerforscherin referierte in Münstermaifeld

Das Seniorenzentrum St. Josef der Barmherzigen Brüder Saffig, hatte dank Christa Rausch, Mitarbeiterin des sozial-begleitenden Dienstes der Einrichtung und zugleich Studentin von Dr. Ruthmarijke Smeding, die international renommierte Trauerforscherin für einen Vortrag gewinnen können. Wie sehr der Name Smeding ein Begriff in der Szene ist, zeigte sich an der hohen Beteiligung. So konnte Frank Mertes, Hausoberer der Barmherzigen Brüder Saffig, rund 150 ehren- und hauptamtliche Trauerbegleiter, Hospizmitarbeiter, Seelsorger und Ärzte aus dem gesamten nördlichen Rheinland-Pfalz in der Stadthalle Münstermaifeld begrüßen.

„Jeder Mensch hat Verluste und Abschiede im Leben zu bewältigen. Im alltäglichen Umgang mit Trauernden sind jedoch viele Menschen verunsichert und überfordert. Trauernde werden oft ausgegrenzt und an Ärzte oder Therapeuten verwiesen. Aber Trauer ist keine Krankheit, sondern die ganz normale Reaktion auf einen Verlust“, so Dr. Ruthmarijke Smeding, die seit über 20 Jahren das interdisziplinäre Fortbildungsmodell „Trauer erschließen“ in Gesundheits- und Sozialberufen lehrt. In Münstermaifeld verdeutlichte die Trauerforscherin welchen Herausforderungen Trauernde in unserer Gesellschaft alltäglich begegnen und wie sie professionelle Begleitung erfahren können.

„Trauernde sind noch zu oft ohne Lobby“, so Smeding weiter. Dennoch habe sich, dank der Arbeit von vielen ehren- und hauptamtlich Tätigen in den vergangenen Jahren eine Trauerbegleitkultur in Deutschland entwickelt, die viel bewegt: „Ich danke allen Menschen, die in der Trauerarbeit in Deutschland tätig sind. Es ist spürbar, was in den vergangenen Jahren an Entwicklung stattgefunden hat. Trauercafés, Palliativ-Care-Fachkräfte, Hospizverbände. Wenn wir 30 Jahre zurück blicken, gab es solches Engagement in der Form nicht oder es steckte noch in den Kinderschuhen. Trauernde können heute auf ein Netzwerk an Verbänden und Institutionen zurückgreifen, das sie in ihrer Situation nicht alleine lässt.“ 

In ihrem Vortrag erläuterte Ruthmarijke Smeding die verschiedenen Stadien der Trauer und machte dabei deutlich, dass diese nicht zu früh enden sollte. „Trauern ist wie eine Schleusenzeit. Ein Schiff, das in eine Schleuse hineinfährt, darf nicht zu schnell auf die nächste Ebene gehoben werden, sonst bricht es. So ist es letztlich auch mit der Seele. Die Situation muss, wie das Wasser in einer Schleuse, langsam aber stetig Veränderung erfahren. So ist es möglich, dass Neue anzunehmen ohne das man daran zerbricht. Es ist im Grunde ein Übergang von der einen auf die andere Ebene die vollzogen werden muss.“

Der Aussage folgten auch die Experten, die an der Podiumsrunde teilnahmen und aus unterschiedlichen Perspektiven die Trauerarbeit in Haupt- und Ehrenamt beleuchten. Es gibt nicht den oder die Trauernde als PRototyp Im Anschluss an die Runde bot die Veranstaltung eine gute Gelegenheit des Austauschs und der weiteren Vernetzung, die von den Gästen gerne genutzt wurde.

 
 
 
 
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