14.08.2026 | Katholisches Klinikum Koblenz-Montabaur
Wenn jeder Schritt schmerzt: Gefäßmedizin, die Menschen wieder in Bewegung bringt
Ob verengte Halsschlagader, Aortenaneurysma oder Durchblutungsstörung: Das Gefäßzentrum am Marienhof Koblenz behandelt ein breites Spektrum gefäßmedizinischer Erkrankungen. Bei einem Tag der offenen Tür am 22. August zeigt das Team, wie moderne Gefäßchirurgie funktioniert – verständlich, anschaulich und zum Ausprobieren.
Wenn die Beine beim Gehen schmerzen und erst nach einer Pause wieder Ruhe geben, steckt dahinter möglicherweise mehr als eine Alterserscheinung. Die sogenannte Schaufensterkrankheit, medizinisch periphere arterielle Verschlusskrankheit – kurz pAVK –, entsteht durch verengte oder verschlossene Arterien. Weil Betroffene während des Gehens immer wieder stehen bleiben müssen, wirkt es mitunter so, als betrachteten sie die Auslagen der Geschäfte. Tatsächlich werden Muskeln und Gewebe nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt.
Wie die Erkrankung erkannt und behandelt werden kann, zeigt das Gefäßzentrum des Marienhofs Koblenz am Samstag, 22. August, von 10 bis 13 Uhr bei einem Tag der offenen Tür. Unter dem Motto „pAVK – die Schaufensterkrankheit“ erhalten Patienten, Angehörige und medizinisch Interessierte Einblicke, die ihnen im normalen Klinikalltag meist verborgen bleiben.
„Wir möchten komplizierte Medizin in verständlicher Sprache erklären und zeigen, welche Möglichkeiten wir heute haben, um die Durchblutung wiederherzustellen“, sagt Dr. med. Patrick Stark, Chefarzt der Gefäßchirurgie und Leiter des Gefäßzentrums Koblenz. Gemeinsam mit Priv.-Doz. Dr. med. Sascha Herber, Chefarzt der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie und Nuklearmedizin, sowie dem gesamten Team steht er den Besuchern für Fragen und Gespräche zur Verfügung.
Ein Gefäßzentrum für die gesamte Region
Seit seiner Etablierung hat sich das Gefäßzentrum am Marienhof zu einem festen Bestandteil der medizinischen Versorgung in der Region entwickelt. Die Zahl der behandelten Patientinnen und Patienten steigt kontinuierlich. Krankenhäuser aus dem Umland überweisen regelmäßig Menschen zur spezialisierten Behandlung nach Koblenz. Hinzu kommen enge Kooperationen mit niedergelassenen Fachärzten aus der Kardiologie, Nephrologie und Gefäßchirurgie sowie mit Hausärzten. Die Klinik deckt das gesamte Spektrum der operativen und minimalinvasiven Gefäßmedizin ab.
Hightech und Handarbeit im Hybrid-OP
Die Gefäßmedizin hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Kathetergestützte Eingriffe sind präziser geworden und ermöglichen bei vielen Patientinnen und Patienten eine besonders schonende Behandlung. Gleichzeitig gilt heute stärker denn je: Nicht ein einzelnes Verfahren ist automatisch das beste. Aktuelle medizinische Leitlinien betonen die individuelle Auswahl zwischen konservativer Therapie, Katheterverfahren und offener Operation. Dabei spielen unter anderem die Ausprägung der Erkrankung, Alter, Begleiterkrankungen und persönliche Voraussetzungen eine Rolle.
Besonders sichtbar wird diese Verbindung aus moderner Bildgebung und chirurgischer Erfahrung im Hybrid-Operationssaal des Marienhofs. Dort können komplexe offene und minimalinvasive Eingriffe unter hochauflösender Röntgenkontrolle durchgeführt und miteinander kombiniert werden. Der Saal ist speziell für Gefäßeingriffe sowie komplexe Behandlungen an der Hauptschlagader ausgestattet.

Beim Tag der offenen Tür können die Besucher den Hybrid-OP besichtigen und Materialien, die bei Eingriffen verwendet werden, selbst in die Hand nehmen. „Im Klinikalltag fehlt häufig die Zeit, technische Einzelheiten ausführlicher zu erklären“, sagt Stark. „Wir erleben aber immer wieder, wie groß das Interesse daran ist. Deshalb möchten wir unsere Arbeit öffnen, über Risikofaktoren aufklären und Gefäßmedizin greifbar machen.“
Der Tag richtet sich ausdrücklich nicht nur an bereits Erkrankte. Auch Angehörige, allgemein an Medizin Interessierte und junge Menschen, die sich für einen medizinischen Beruf oder ein Studium interessieren, sind willkommen. Bei einer vergleichbaren Veranstaltung nutzten zuletzt rund 100 Besucher die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen.
Tag der offenen Tür im Gefäßzentrum am Marienhof
- Samstag, 22. August, 10 bis 13 Uhr
- Marienhof Koblenz, 1. Obergeschoss, Klinik für Radiologie
- Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich


