15.09.2026 | Brüderklinikum Julia Lanz, Mannheim
Ehrenamt im Krankenhaus – eine wertvolle Aufgabe
Es ist das gute Gefühl, anderen Menschen helfen zu können und etwas Sinnvolles zu tun, was die ehrenamtlichen Betreuungskräfte am Brüderklinikum Julia Lanz antreibt.
Seit der Zusammenführung des Brüderklinikums Julia Lanz an einem Standort engagieren sich Peter Rehwald und Willy Zyska-Wagner dafür, den über lange Jahre im Theresienkrankenhaus bewährten und geschätzten Lotsen- und Betreuungsdienst auch im Brüderklinikum Julia Lanz aufzubauen. Dabei greifen die beiden auf die Grundlagen zurück, die Ingrid Dörsam am Theresienkrankenhaus und Marina Vester am Diako jeweils über 15 Jahre hinweg gelegt haben.
Grüne Damen am Diako
„Wir haben immer hingeschaut, wo Hilfe benötigt wird. Und dann haben wir angepackt“, so blickt Marina Vester auf ihr Schaffen zurück. Sie selbst hat mindestens einmal pro Woche als Ehrenamtliche Grüne Dame in der Reha-Geriatrie gearbeitet. „Wir haben uns zu den Patienten gesetzt und uns mit Ihnen unterhalten, Gläser aufgefüllt, Tische abgewischt und Dinge besorgt, Kaffee verteilt, Blutproben ins Labor gebracht oder die Patienten einfach aufgemuntert, wenn es nötig war“, erzählt die 68jährige mit ein bisschen Stolz von den Leistungen der Ehrenamtlichen. Seit 2001 engagiert sich Marina Vester in dieser Form für ihre Mitmenschen. Als 2020 Marianne Schubert die Leitung der Grünen Damen am Diako aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, übernahm Frau Vester diese Position. Seitdem koordinierte sie zusätzlich die zehn bis 15 Ehrenamtlichen, teilte Dienste ein und vermittelte zwischen der Krankenhausleitung und ihrem Team. Sie kümmerte sich auch um die neuen Kolleginnen und Kollegen und wies diese in das Krankenhausgeschehen ein.
Lotsen- und Betreuungsdienst am TKH
Ganz ähnliches hat auch Ingrid Dörsam vollbracht. Sie hat im März 2009 im Lotsen- und Betreuungsdienst des Theresienkrankenhauses begonnen. Schon 2011 wurde sie von ihren ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen zur Leitung gewählt. „Es hat immer so viel Spaß gemacht. Wir hatten so viele nette Menschen hier“, blickt sie zurück. In Eigenregie hat sie neue Ehrenamtliche eingestellt, Arbeitsblätter und Dienstpläne erstellt, war dreimal in der Woche vor Ort, um sich um die Belange der Ehrenamtlichen zu kümmern. Dabei betont sie vor allem den Zusammenhalt untereinander: „Wenn jemand krank geworden ist, ist sofort jemand eingesprungen. Wir haben uns immer gegenseitig unterstützt“. Da ist es kein Wunder, dass die meisten Ehrenamtlichen ihrer Tätigkeit viele Jahre nachgegangen sind. Die älteste im Team war 95 Jahre alt. Vor allem waren es die Begegnungen mit Patientinnen und Patienten und Mitarbeitenden, die Ingrid Dörsam berührt haben. „Wir hatten immer ein sehr gutes Verhältnis zu den Pflegekräften und waren immer froh, wenn wir diese entlasten konnten. Bei den Patienten waren wir immer froh, wenn wir Vertrauen aufbauen und ihnen die Ängste nehmen konnten“. Besonders schätzt sie rückblickend die Unterstützung durch die Krankenhausleitung. Diese hat den zeitweise knapp 80 Ehrenamtlichen mit vielfältigen Schulungsangeboten, freiwilligen Angeboten zur Gesundheitsvorsorge sowie Unterstützung bei der Erstellung der Dienstpläne gute Rahmenbedingungen für ihren wertvollen Einsatz geschaffen. Aber auch die jährlichen, abwechslungsreichen Ausflüge für die Ehrenamtlichen habe sie als große Wertschätzung empfunden.
Dank für langjähriges Engagement
„Beiden engagierten Frauen möchten wir unseren herzlichen Dank für ihre langjährige, verantwortungsvolle Tätigkeit aussprechen“, so Kathrin Federmeyer, Direktorin Unternehmenskultur am Brüderklinikum Julia Lanz: „Aber auch allen anderen ehrenamtlich engagierten Mitarbeitenden gehört unser Dank. Denn sie leisten einen überaus wertvollen Dienst und bereichern damit den Krankenhausalltag“.
Zukunft des Betreuungsdienstes
Peter Rehwald
und Willy Zyska-Wagner wollen dieses Erbe weitertragen, die verbliebenen Ehrenamtlichen
am BKJL weiter betreuen und das Team für den Lotsen- und Betreuungsdienst als
festen Bestandteil im Krankenhausalltag einrichten. Derzeit besteht die Gruppe
aus elf Ehrenamtlichen. „30 Kolleginnen und Kollegen sind unser Ziel“, sagt Zyska-Wagner. „Wir sind hochmotiviert und
freuen uns, mit unserem Dienst etwas Sinnvolles zu tun, die Patientinnen und
Patienten zu unterstützen und damit auch die Pflegekräfte zu entlasten“,
erläutert Peter Rehwald seinen Antrieb.
Die Aufgaben
der Ehrenamtlichen sind ebenso vielfältig wie wertvoll: Sie geben Patientinnen
und Patienten, Angehörigen und Besucherinnen und Besucher Orientierung und
Unterstützung, begleiten sie von der Station zu Untersuchungen und wieder
zurück und schenken vor allem eines – ihre Zeit. Als verlässliche
Ansprechpartnerinnen haben sie ein offenes Ohr, hören zu und sind dort, wo ihre
Unterstützung und menschliche Zuwendung gebraucht werden.
Info: Wer gerne selbst im Krankenhaus tätig sein möchte, ist hier gerne gesehen. Die Dienste finden an einzelnen Wochentagen zwischen 8:00 Uhr und 12:00 Uhr statt. Interessentinnen und Interessenten können sich ihre bevorzugten Tage selbst heraussuchen. Wer dabei sein möchte, sollte einfühlsam, aufmerksam, körperlich und psychisch belastbar und verschwiegen sein.
Interessenten
für den Losten- und Betreuungsdienst können sich melden bei Nicole
Mansouri-Hein, Tel.: 0621 8102-2011.


