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Case Management

Hilfe im Dschungel der Instanzen

Woher schnell einen stationären Platz im Altenheim für die betagte Mutter bekommen? Wer hilft dem psychisch kranken jungen Mann, eine neue Wohnung zu finden? Kann der querschnittsgelähmte Bruder in einer Reha-Einrichtung untergebracht werden – oder muss er doch mit 60 schon in ein Altenheim? Fragen wie diese können Angehörige, Betreuer und auch Betroffene im akuten Fall überfordern. Im Case Management der Barmherzigen Brüderin Saffig finden sie eine erste Anlaufstelle und vor allem: Unterstützung.

Silke Wiß (re.), die Leiterin des Case Managements, koordiniert die Anfragen und weist passende Case Manager zu.zoom
Silke Wiß (re.), die Leiterin des Case Managements, koordiniert die Anfragen und weist passende Case Manager zu.
 
 

Erst seit Herbst 2016 gibt es hier im Schäfgenhaus die Zentrale Informations- und Beratungsstelle, kurz ZIB. Doch schon jetzt steht dort das Telefon bei Sabrina Wagner kaum eine Minute still. Die empathische Diplom-Soziologin ist bei Anfragen in der ZIB die erste Ansprechpartnerin, die sich um die Ratsuchenden kümmert. Die 37-Jährige dokumentiert die Anfragen, prüft Aufnahmekapazitäten in Einrichtungen, verbindet Anrufer mit zuständigen Kollegen, informiert umfassend über die Leistungen der Barmherzigen Brüder Saffig: Psychiatrische Dienste, Gesundheitsdienste, Seniorendienste sowie den Bereich Teilhabe und Arbeit.

Wir kommen sozusagen von der Seite dazu und helfen den Betroffenen.

Kostenlose und direkte Beratung

Über die ZIB können Ratsuchende kostenlos und ohne große und langwierige Umwege durch die Instanzen die zuständigen Fachkräfte kontaktieren und das weitere Vorgehen besprechen, etwa wenn es darum geht, Anträge auf Wiedereingliederung oder Sozialhilfe zu stellen, einen Platz für betreutes Wohnen zu beantragen oder Hilfen im Alltag zu organisieren. Oft melden sich auch Krankenhausmitarbeiter, die fieberhaft nach einem Kurzzeitpflegeplatz für einen Patienten suchen, oder Hausärzte, die sich um ihre Patienten sorgen. Aber auch auf externe Angebote wie gute Fachärzte und Möglichkeiten der ambulanten Psychotherapie verweist Sabrina Wagner. Ein Vorteil der ZIB: Anfragen werden im Anschluss von jeweils zwei festen Ansprechpartnern, sogenannten Case Managern, gebündelt und fachübergreifend bearbeitet.

„Das Optimale rausholen“

Hier tritt Silke Wiß mit ihrem neunköpfigen Team auf den Plan. Die Leiterin des Case Managements koordiniert die von Sabrina Wagner übermittelten Anfragen und weist passende Case Manager zu. Beim Erstgespräch im Haus der ZIB lernensich beide Seiten kennen; Menschen mit eingeschränkter Mobilität besuchen die Case Manager auch zu Hause oder etwa in einer Pflegeeinrichtung. Von nun an haben die Ratsuchenden kompetente Fürsprecher, die sie durch den komplizierten Instanzendschungel begleiten, „um das Optimale für den Einzelnen rauszuholen“ – sowohl finanziell als auch bezüglich gesundheitlicher und integrativer Unterstützung. „Wir kommen sozusagen von der Seite dazu und helfen den Betroffenen“, erklärt Silke Wiß. Die beiden Experten arbeiten dabei eng mit der hilfesuchenden Person zusammen, planen und koordinieren entsprechend des persönlichen Bedarfs individuelle Hilfen.

Case Manager sind kompetente Fürsprecher, die durch den komplizierten Instanzendschungel begleiten.
Case Manager sind kompetente Fürsprecher, die durch den komplizierten Instanzendschungel begleiten.

Die Zentrale Informations- und Beratungsstelle

Die Zentrale Informations- und Beratungsstelle (ZIB) der Barmherzigen Brüder Saffig ist die erste Anlaufstelle für Betroffene, zuweisende Einrichtungen, Angehörige oder Betreuer, die Informationen zum Leistungsportfolio der Barmherzigen Brüder Saffig erhalten möchten. So kann ohne Umwege und langwierige Vermittlungswege ein Kontakt zu Fachkräften hergestellt und Näheres zur gewünschten Unterstützungsleistung direkt besprochen werden. Das Angebot der Beratungs- und Informationsstelle ist für alle Interessenten kostenfrei. Die ZIB ist von Montag bis Freitag täglich und an zwei Wochentagen bis in die Abendstunden geöffnet. Tel.: 02625/31-929, info-cm@bb-saffig.de

Von nun an haben die Ratsuchenden kompetente Fürsprecher, die sie durch den komplizierten Instanzendschungel begleiten, „um das Optimale für den Einzelnen rauszuholen“ – sowohl finanziell als auch bezüglich gesundheitlicher und integrativer Unterstützung. „Wir kommen sozusagen von der Seite dazu und helfen den Betroffenen“, erklärt Silke Wiß. Die beiden Experten arbeiten dabei eng mit der hilfesuchenden Person zusammen, planen und koordinieren entsprechend des persönlichen Bedarfs individuelle Hilfen.

Nicht selten tangiert die Geschichte der Betroffenen mehr als einen der Dienste. Wird zum Beispiel ein Patient an die Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie überwiesen, kommt die Anfragean einen der Case Manager. „Er nimmt den Kontakt mit dem Patienten auf und stellt fest, welcher Bedarf zugrunde liegt und ob möglicherweise Angebote von verschiedenen Diensten in Frage kommen und wann diese zur Verfügung stehen“, erklärt Silke Wiß. Das Case Management hat daher den vollständigen Überblick über die Belegungssituation in allen Diensten der Barmherzigen Brüder Saffig. Die Zuständigkeit gilt also neben der Fachklinik auch für die Psychiatrischen Dienste, die aufsuchenden Hilfen sowie die Wohnbereiche, die Werkstätten und die Seniorenzentren.

Ein fester Ansprechpartner

Der Case Manager beauftragt nicht nur die Hilfen, sondern ist ebenso Kontaktperson für die Kostenträger wie etwa die Krankenversicherungen und Ansprechpartner für Kostenfragen. Nach dem Erstkontakt bleibt er während der gesamten Leistungsphase weiterhin zuständig. Dadurch haben die Kunden nicht ständig wechselnde Ansprechpartner an den verschiedenen Standorten. „Das ist ein wichtiger Schritt gewesen. Damit stehen die Betroffenen klar im Vordergrund“, betont Silke Wiß und führt weiter aus: „Jeder Fall ist anders, wir planen die Hilfen am Bedarf immer ganz individuell.“ Während es bei der Begleitung alter Menschen mehr um Wohnsituation und Pflegeplanung gehe, stehe bei psychisch Kranken die Teilhabeplanung – die Grundlage für die Kostenbewilligung durch den Kostenträger – und die Wiedereingliederung in das Arbeitsleben und den selbstversorgenden Alltag im Vordergrund. „Durch regelmäßige Besprechungen in unserem Team können wir kompetent über die Anfragen beraten und nach Lösungen suchen“, erklärt Silke Wiß.

Angebote weiterentwickeln

650 Mitarbeiter aus rund 40 Berufen unterstützen und begleiten bei den Barmherzigen Brüdern Saffig mehr als 1.100 alte, kranke, behinderte oder psychisch kranke Menschen. Die Einrichtungen befinden sich verteilt in den Landkreisen Mayen-Koblenz und Ahrweiler sowie in der Stadt Koblenz. Über die Schnittstelle des übergreifenden Case Managements werden nun mehr alle Kompetenzen zugunsten der Klienten optimal koordiniert. Für Silke Wiß sind die zahllosen Anfragen, die die ZIB jeden Tag erreichen, aber auch ein wichtiges Instrument für die Bedarfsplanung; „entsprechend können wir als Unternehmen reagieren“. So sei es möglich, Angebote der Barmherzigen Brüder Saffig weiterzuentwickeln und auch in die künftige Personalplanung einzubeziehen. Schon jetzt zeichne sich beispielsweise ab, dass es viel mehr Plätze für die Kurzzeitpflege geben müsste und mehr ambulante Angebote gewünscht werden, erklärt die 34-Jährige. „Die Anfragen in der ZIB sind für uns eine wichtige Rückmeldung.“

Text: Angelika Prauß    Fotos: Elisabeth Schomaker

 
 
 
 
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